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XVI dienende Flesche, das Storchnest von vorn und in der Kehle zugleich angegriffen, wurde so überraschend schnell gestürmt, dass selbst der Versuch unterblieb, im letzten Augenblick noch die Brücke zu zerstören. Die bestürzten Kaiserlichen, den Feind an den Fersen und vor sich, suchten seitwärts über das Schwingefurtfeld nach der Galgenschanze zu entkommen; aber die meisten erlagen in nächster Nähe des Storchnestes den Schwertern und Kugeln der Hessen ; einige wurden gefangen genommen und nur einer geringfügigen Minderzahl glückte die Flucht. Bei Erstürmung der Schanzen selbst wurden keine Gefangenen gemacht. Durch die gelungene Wegnahme der Lamboybrücke hatte der Landgraf nicht nur einen festen Riegel zwischen die auf beiden ufern des Flusses isolirten Abtheilungen der Einschliessungs - Truppen geschoben, sondern sich auch den unbestrittenen Zugang zu dem südöstlichen (Nürnberger) Thor der Festung sicher gestellt. Nach Erreichung dieses wesentlichen Resultats, nahm er, dem südlich der Kinzig vorliegenden freien und offenen Gelände entsprechend, die gesammte Cavallerie (2000 Pferde) in das Vordertreffen und liess sie gegen die noch immer am Lehrhof haltende Reiterei Lamboys (1500 Pferde) vorgehen, während die nunmehr vereinigte Infanterie der Mitte und des linken Flügels das zweite Treffen bildete und sich gegen die 500 m südlich der Lamboybrücke gelegene Mittelschanze in Bewegung setzte. Bevor man diese aber noch erreichte, war auf des wachsamen Ramsay Befehl schon ein Theil der Besatzung durch das Nürnberger Thor ausgefallen und hatte sich des Werks unter kaum nennenswerthen Opfern bemächtigt. Der Angriff des nunmehrigen ersten Treffens war inzwischen vollständig gelungen. Die kaiserliche Reiterei entzog sich dem Zusammenstoss mit der gegen sie anreitenden überlegenen Cavalleriemasse durch schleunige Flucht, welche sie, nicht ohne noch im Zurückgehen beträchtliche Verluste zu erleiden, gleich über die Mainbrücke fort bis Steinheim auszudehnen für gut fand. Doch gönnte man sich wenigstens so viel Zeit, die dem linken Ufer zunächst gelegenen Brückenjoche abzu- |
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