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XIX auf das linke Mainufer versperrt war, so zerstreuten sie sich in der herrschenden Verwirrung nach allen Richtungen hin, einige liefen sogar, von sinnloser Todesangst getrieben, bis auf das Glacis der Festung ; aber fast alle wurden durch die nachsetzende Reiterei, welche sich inzwischen vom Lehrhof nach der Galgenschanze herangezogen hatte, eingeholt und niedergehauen. Das gleiche Schicksal theilten wenig später auch die Vertheidiger der Main- und der Steinheimer Schanze. Damit hatte die Arbeit dieses Tages ihr Ende erreicht. Zwischen Main und Kinzig befand sich kein kampffähiger Feind mehr ; vierzehn Schanzen und drei Batterien waren erobert oder von ihrer Besatzung preisgegeben, die Lamboybrücke geöffnet und der Mainübergang abgeschnitten. Als der Landgraf den 24. Morgens zur Vollendung des am Tage vorher so glücklich begonnenen Werkes schreiten wollte, ergab es sich, dass während der Nacht zwar noch 7 Schanzen und eine Batterie vom Feinde geräumt worden waren, wogegen dieser die (in der Gabelung der Chausseen nach Frankfurt und nach Wilhelmsbad gelegene) Hauptschanze um so hartnäckiger behaupten zu wollen schien. Ihre Besatzung bestand aus 600 Mann alter erprobter Soldaten von den Regimentern Jung-Tilly, Lamboy und Bönninghausen unter den Befehlen der Oberstlieutenants Philipp Ernst Marschall (Marschalck) und Ernst Papo (Papa). Die artilleristische Bewaffnung der Schanze bildeten drei Feldgeschütze (8 pfünder) nebst einer Anzahl Doppelhacken. Der Fürst erkannte von vornherein, dass ein Angriff auf dies starke bastionierte Viereck nur nach einer wirksamen Vorbereitung durch Artilleriefeuer Aussicht auf Erfolg versprechen könne. Er liess deshalb zunächst vier Feldgeschütze (12 pfünder) und zwei halbe Karthaunen (24 pfünder) nordwestlich der Hauptschanze, ungefähr 350 m. davon entfernt, in Batterie stellen. Diese sechs Kanonen eröffneten das Feuer gegen 10 Uhr und gaben während der 4 Stunden ununterbrochen andauernden Beschiessung zusammen 160 Schuss ab. Dadurch glaubte man Wälle und Mannschaft hinlänglich mürbe gemacht und ihre Widerstandskraft gründlich gebrochen zu haben ; aber man musste zu |
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