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XXI

Nach dem endgültigen Erwerb des hannoverschen An-theils wurde das Contingent auf 26000 Mann erhöht. Dazu kamen noch etwa 10000 Mann Depots und Truppen für den inneren Dienst. Die Leistung war sehr hoch und um so mehr als in Spanien etwa 7000 Mann, in Russland etwa 24000 Mann zu Grunde gegangen sind und beide Male die Truppen wieder errichtet werden mussten.

Auch finanziell war die Last sehr drückend, da kein Reservesystem vorhanden war, sondern sich die Truppen stets vollzählig bei der Fahne befanden. Die einzige Erleichterung, im Winter ein Drittel der Truppen mit halbem Gehalt auf ein halbes Jahr beurlauben zu können, ist nur einmal, 1810/11, zur Ausführung gekommen. Auch die Einquartierung war sehr drückend, namentlich in der Stadt Kassel.

Am 7. December wurden die Ministerien provisorisch besetzt. Das des Krieges übernahm zunächst der General Lagrange, gab es aber nach wenig Tagen an den General Morio ab. Unmittelbar danach wurde das Land in 3 Militär-Divisionen getheilt und dieselben mit Commandariten besetzt. Auch mit der Errichtung der Truppen wurde unverzüglich vorgegangen und zwar wurden im ersten Jahre 1808 nach und nach formirt:

  1. Garden, l Compagnie Garde du Corps. l Bataillon Grenadiere, l Bat. Jäger, l Bat. Jäger-Carabiniers, l Regiment Chevauxlegers.
  2. Linientruppen: 4 Regimenter Linieninfanterie zu 2 Bataillonen, l Bataillon leichter Infanterie, l Regiment Kürassiere, l Regiment Chevauxlegers und l Regiment Artillerie.
  3. Truppen für den inneren Dienst: l Gendarmerie-Legion. 8 Departermentalcompagnien, 8 Ve-teranencompagnien, die Nationalgarde. — — Organisation, Verwaltung, Avancementsverhältnisse waren genau nach französischem Muster. —

An Militärbildungsanstalten sind zu bemerken, wenn auch zum Theil erst später errichtet:

  1. Das Königliche Pagencorps unter dem Hofmarschallamte,
  2. die Königliche Militärschule in Braunschweig unter dem Kriegsministerium,

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