..

XXIV

Braunschweig den Entschluss gefasst hatte, sich nach der Nordsee durchzuschlagen, wurde ein wesfälisches Corps bei Braunschweig zusammengezogen. Hierzu war auch das 5. Linien Regiment bestimmt. Dasselbe wurde aber am 29. Juli Abends in Halberstadt vom Herzog angegriffen ; nach tapferer Gegenwehr wurde um Mitternacht die Stadt erstürmt und das Regiment nach Verlust von 600 Todten und Verwundeten vollständig zersprengt und grösstentheils gefangen. Etwa 300 Mann traten zum Herzog über, der Rest wurde in die Heimath entlassen.

Am 30. Juli rückte der Herzog in Braunschweig ein; am 1. August schlug er den General Reubell, welcher mit dem 1. und 6. Linien-, 1. Grossherzoglich Bergischen Infanterie-, dem 1. Kürassier-Regiment und mit 10 Geschützen (Summa 6000 Mann) gegen ihn anrückte, bei Oelper mit Verlust zurück: am 2. setzte er seinen Marsch fort und schiffte sich am 7. in Elsfleth und Brake ein.

Inzwischen war mit der Vermehrung der westfälischen Armee fortgefahren worden. Am 19. Juli war der König nach Kassel zurückgekehrt; wenige Tage später wurde die Errichtung des 7. und 8. Linien-, des I. leichten Infanterie- und des 2. Kürassier-Regiments decretirt.

Das zersprengte 5. Regiment wurde sogleich wieder formirt; die neuen Truppentheile aber erst zu Ende dieses, bezw. zu Anfang des nächsten Jahres (1810), in welchem dann auch noch zwei Husaren-Regimenter errichtet wurden. Ausserdem wurde in den Jahren 1810 und 1811 die Neuformation der nach Spanien gesandten Truppen nothwendig.

Diese Division war Anfang Mai 1809 daselbst eingetroffen, wurde dem 7. Armeecorps Gouvion St. Cyr zugetheilt und wirkte bei der Belagerung von Gerona mit. Hier litt sie grosse Verluste sowohl durch Gefechte als durch Krankheiten, so dass sie, als die Festung am

11. December 1809 capitulirte, trotz des nachgesandten Ersatzes nur noch 1500 Mann unter den Waffen zählte. Sie kam zuerst in die eroberte Festung in Garnison und hatte später einen sehr anstrengenden und aufreibenden Etappendienst.

..