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LIV liegt weder an der Lippe, noch an einem nennenswerthen Nebenfluss derselben ; das Gelände ist militärisch ganz bedeutungslos und rechtfertigt in keiner Weise die Anlage einer solchen Befestigung. Altes Gemäuer, welches von Unkundigen für römisches gehalten wurde, ergibt sich auf den ersten Blick als mittelalterlich, auch sind in dem Dorfe seither keinerlei römische Anticaglien, nicht einmal Münzen oder Gefässreste, gefunden worden. Etwas mehr Wahrscheinlichkeit hat der zweitgenannte, auf dem Besitzthum des Schulte Nomke gelegene Ort bei Lippstadt für sich. Hier fliesst die Glenne, mit welcher sich etwa 3½ km oberhalb die Liese vereinigt, in die Lippe, und ist der Anklang des Namens Liese an Klison zum Mindesten sehr beachtenswert!!. Ausserdem lässt sich nicht in Abrede stellen, dass das betreffende Terrain die Anlage des Castells begünstigte, wenngleich der Angabe des Oberstlieutenant Schmidt nicht unbedingt zugestimmt werden kann, dass sich von den Quellen bis zur Mündung der Lippe kein Punkt vorfinde, der für eine militärische Stellung, wie sie Drusus gegen die Cherusker und Sigambrer brauchte, geeigneter gewesen wäre. Endlich spricht noch für diesen Ort die von mehreren Forschern angeführte Thatsache, dass man dort vor vielen Jahren mehrere römische Münzen, eine bleierne Schleuderkugel, eine grosse Camee, den Kopf des Maecenas darstellend, sowie bei der Schiffbarmachung der Lippe, an der Mündungsstelle der Glenne eine Amphora und einen alten Kahn gefunden habe. Die Angabe des Professor Schneider dagegen, dass auf dem »groten Kamp«, woselbst das Castell gewöhnlich angenommen wird, römische Ziegelfragmente vorgefunden seien, bestätigte sich bei einer von dem Herrn Vortragenden arn 8. Juni 1885 dort vorgenommenen Ausgrabung nicht; vielmehr konnte derselbe mit Sicherheit feststellen, dass es sich hierbei um moderne Ziegelsteine handelte, die von einer ehemals dort bestandenen Ziegelei herstammten. Der Vortrag schloss mit einem Hinweis auf die Wichtigkeit der Fortführung der von dem hochverdienten Oberstlieutenant Schmidt begonnenen örtlichen Forschung und knüpfte daran die Hoffnung, dass das neu erstandene deutsche Reich Gelegenheit |
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