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LX deshalb Ende März gegen 50 Studenten dorthin, welche grösstentheils den Universitäten Heidelberg, Würzburg, Erlangen, Giessen, Göttingen und Strassburg angehörten. Inzwischen wurde die Koseritz'sche Verschwörung noch im letzten Augenblick entdeckt und Koseritz selbst zum Tode verurtheilt, aber durch die Milde des Königs auf dem Richtplatz begnadigt und, mit hinreichenden Geldmitteln versehen, nach Amerika geschafft. In Frankfurt hielt man es nichtsdestoweniger für angezeigt, den geplanten Schlag an dem einmal bestimmten Tag zur Ausführung zu bringen, da man nach dem Gelingen des ersten Angriffs auf eine lebhafte Betheiligung sowohl der städtischen Bevölkerung, als auch des versprochenen starken Zuzugs vom Lande zählte. Der Erfolg lernte indess, dass man sich in beiden Beziehungen gründlich verrechnet hatte; das Misslingen des obeneiri recht kopflos ausgeführten Unternehmens war daher von vornherein unausbleiblich gegeben, um so mehr, als die Behörden schon Ende März mehrfache Warnungen erhalten und demgemäss einige Sicherheits-Massregeln getroffen hatten. In der ganzen Umgegend war es öffentliches Geheimniss, dass am 3. April in Frankfurt ein Aufstand ausbrechen solle. Da der optische Telegraph damals nur bis Mainz reichte, so waren von dort bis zum Bundespalast in der Eschenheimer Gasse Reiterposten mit je 1000 m. Abstand aufgestellt, um jede wichtige Nachricht so schleunig wie möglich befördern zu können. Auch wurden in Mainz vom 3. Mittags ab preussische und österreichische Truppen bereit gehalten, die schon am frühen Morgen des 4. in Frankfurt einrückten. Nur der regierende altert» Bürgermeister dieser Stadt konnte sich, trotz der ihm wiederholt zugegangenen warnenden Schreiben, durchaus nicht, zum Glauben an den beabsichtigten Putsch bequemen. Gerade am Abend des 3. hatte er ein Gastmahl veranstaltet, und wies, als man eben sein Wohl ausbrachte, dem mehr besorgten jüngeren Bürgermeister die Uhr. welche J/2lO zeigte, mit den Worten vor: „Was halten sie nun von dem dummen Geschwätz einer Revolution? Alles blinder Lärm!" Aber in demselben Augenblick fielen von der nahen Hauptwache die ersten Schüsse, welche natürlich die erschreckten Gäste zum schleunigsten Aufbruch veranlassten. |
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