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LXXXVII

Frankfurter Judensteuer verschreibt. In dem Vortrage, welchen Herr von Baumbach über diese Urkunden hielt, suchte er zunächst nachzuweisen, welcher Art die Verdienste Ludwigs von Baumbach um den Kaiser, auf welche in jenen Urkunden hingewiesen wird, gewesen seien. Durch Vergleichung mit einer Reihe anderer ähnlicher Urkunden nach den Regesten Böhmer's machte er wahrscheinlich, dass es sich dabei um Kriegsdienste gehandelt habe, welche Ludwig von Baumbach dem Kaiser gegen den Gegenkönig Günther von Schwarzburg geleistet habe. Im Anschluss hieran gab der Vortragende interessante Seitenblicke über Art und Höhe der Juden-Steuern zur Zeit Karls IV. und über die häufig in ähnlicher Weise wie hier erfolgte Verpfändung derselben, über die Judenverfolgungen, welche eben zur Zeit der Ausstellung jener Urkunden in Folge der Krankheit, „des schwarzen Todes“, in Deutschland ausgebrochen seien, und über die dadurch herbeigeführte Unsicherheit des Eingehens der Judensteuer überhaupt. An den Vortrag schloss sich eine längere Debatte. Darauf legte der Vorsitzende einige neuerworbene Holzschnitte und Zeichnungen von Marburg und einigen Burgen der Umgegend (Frauenberg und Weissenstein) vor und besprach deren Verhältniss zu den Merian'schen Abbildungen, welche nur soweit, als die von Merian benutzten Vorlagen nicht mehr vorhanden seien, als Quellenbilder zu betrachten seien. Endlich wurden noch eine Anzahl interessanter Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts vorgelegt und besprochen.

3) In der Sitzung vom 14. Juli berichtete der Vorsitzende über die im Laufe des verflossenen Geschäftsjahres vorgekommenen Personalveränderungen und den gegenwärtigen Personalbestand der Mitglieder des hiesigen Zweigvereins. Sodann erfolgte die Rechnungsablage; zur Prüfung derselben war das Vereinsmitglied Herr Buchhändler Braun erwählt, welcher am Schlusse der Sitzung erklärte, dass die Rechnungen geprüft und richtig befunden seien, sodass die Versammlung Decharge ertheilen konnte. Auch über die Finanzlage machte der Vorsitzende eingehende Mittheilungen, und hob derselbe namentlich hervor, wie sehr es zu beklagen sei, dass sich in Hessen Niemand

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