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XII

dem Publikum in bequemer Weise zugänglich gemacht wurde. Durch einen Theil dieser und durch ähnliche Seltenheiten liess er im folgenden Jahre die Bibliothek auf der damals in Kassel stattfindenden öffentlichen 'Ausstellung kunstgewerblicher Alterthümer aus Hessen' vertreten. Bedeutsamer sind zwei Leistungen, durch die Duncker sich selber in zwiefacher Form ein auch äusserlich dauerndes Denkmal in den Räumen der Landesbibliothek gesetzt hat, nämlich einmal seine gesammte an den hundertjährigen Geburtstag Jakob Grimm's anknüpfende Thätigkeit und dann die von ihm erwirkte Beschaffung und Einrichtung weiterer Räumlichkeiten für die Bibliothek. Schon Ende 1883 hatte Duncker den Professor Hassenpflug, einen Neffen von Jakob und Wilhelm Grimm, für den Plan gewonnen, von seinen Oheimen zwei Marmorbüsten anzufertigen, welche am 4. Januar 1885, als am hundertsten Geburtstage Jakobs, ihre Aufstelltu g im grossen Saale der Landesbibliothek, der langjährigen Stätte des Wirkens der Brüder, finden sollten. Die Kosten, welche durch Professor Hassenpflug's pietätvollen Verzicht auf 'klingenden' Erfolg wesentlich vermindert wurden, wollte Duncker durch einige öffentliche Vorträge über das Leben der Brüder aufbringen. Der Plan wurde vom schönsten Gelingen gekrönt: die drei im Januar 1884 gehaltenen Vorträge fanden vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft statt und ergaben einen mehr als zureichenden Reinertrag. Die im Laufe des Jahres vollendeten wohlgelungenen Büsten wurden von Duncker dem communalständischen Verbände zum Geschenke gemacht und erhielten unter entsprechender Feierlichkeit am 5. Januar 1885 ihre dauernde Aufstellung im grossen Bibliothekssaale. Inzwischen hatte Duncker im April 1884 in Kassel einen Grimmverein begründet, als Mittelpunkt für die in der Stadt und der Umgegend zu Gunsten des grossen Hanauer Grimmdenkmales zu veranstaltenden Sammlungen. Auch dieses Unternehmen ging bestens von Statten. — Eine Folge der vielfachen Geschäftigkeit, dieses Grimm-Jahres war auch die Erwerbung von mancherlei werthvollen, zu den Grimms in Beziehung stehenden Büchern , Bildern und handschriftlichen Schätzen, die theils durch Schenkung, theils durch

 

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