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XXVII war, überlassen blieb, ein solches zu wählen, welches ihrer Persönlichkeit am meisten entsprach oder zusagte. Indessen unterschieden sich die Klöster mit freieren Institutionen, wie Kaufungen, welches daher auch als „freiweltliches kaiserliches Stift" bezeichnet wurde, doch nur in der angegebenen Weise von den strengen Klöstern, da das klösterliche Leben und insbesondere der Gottesdienst im Uebrigen genau der Regel entsprach, welche u. A. das täglich siebenmalige gemeinsame Chorgebet (nach dem Brevier) vorschrieb. Auf die Geschichte des Klosters konnte der Vertrag selbstverständlich nicht näher eingehen, doch wurde erwähnt, dass eine Versammlung von Bischöfen und Herren in Kautungen im Februar des Jahres 1081 in Angelegenheiten Kaiser Heinrich's IV. stattfand, welcher bald darauf 1086 in gewaltthätiger Weise das stiftungsmassig reichsfreie Kloster seinem guten Freunde, dem Bischof von Speyer, schenkte. Allein allmählich wussten sich die Aebtissinnen diesem unrechtmässigen Zustande wieder zu entziehen, fielen aber später der wachsenden Territorialherrschaft der hessischen Fürsten, ja endlich den neu aufgekommenen religiösen Anschauungen zum Opfer, die nicht dabei stehen blieben, auf Abstellung von Missbräuchen zu dringen, sondern auch die kirchlichen Prinzipien angriffen, auf denen das ganze Klosterwesen ruhte. Nunmehr erging sich der Vortrag über die Aebtissinnen des Klosters, deren erste die Gräfin Jutta von Egenesheim, eine Nichte der heil. Kunigunde, war (1018-1035). Ihr folgte Hildegard, unter welcher die heil. Kunigunde im Kloster starb, am 3. März, wohl 1039. Nach einer weiteren Reihe in den Urkunden vorkommender Aebtissinnen, von denen wir nur die Vornamen kennen, beginnt erst Anfang des 14. Jahrhunderts die Nennung der Familiennamen derselben. Es folgen: Jutta von Katzenelnbogen (1311—1378); Adelheid von Ziegenhain; Margarethe (von Sayn ?); Bertha von Sayn (1400—1442); Elisabeth von Waldeck (1442-1495), welche fast gleichzeitig mit Kaiser Friedrich III. regierte; Agnes von Anhalt, welche zugleich Aebtissin von Gandersheim war (1495—1504); Elisabeth von Plesse (1504—1509), welche später bei einer Visitation des Klosters abdankte. In Folge dieser Visitation und der |
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