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XXXI die Abbildung eines Trinkgefässes in Gestalt eines buttentragenden Winzers und die einer gestickten Leinendecke aus dem 14. Jahrhundert befindet. Hierauf beendigte Herr Oberstlieutenant z. D. von Stamford aus Detmold den gestrigen Vortrag, dessen Inhalt in Kürze folgender ist. Wären die spärlichen Reste der geschichtlichen Ueberlieferungen, welche wir hauptsächlich bei Vellejus Paterculus, Florus, Dio Cassius und Tacitus aufgezeichnet finden, nicht in einigen Punkten scheinbar widersprechend, — hätte man nicht an ihrer Glaubwürdigkeit theilweise Zweifel erhoben, oder sie theils gänzlich verworfen, — so würden die vier Schriftsteller vielleicht genügen, um das Varusfeld zu finden, allein dies war leider nicht der Fall. Bezüglich der Angaben der vier Autoren über die Schlacht richtete sich also die Untersuchung darauf, ob 1) die vier Geschichtsquellen nicht doch glaubwürdiger seien, als man sie vielfach dargestellt; 2) ob sie nicht in grösseren Einklang zu bringen, 3) ob sie schon vollständig und richtig ausgenutzt sind. Die Glaubwürdigkeit erhöht sich bedeutend, wenn wir wirklich grössere Uebereinstimmung der Autoren nachgewiesen sehen. Es handelt sich hierbei doch nur um die Hauptpunkte. Das sind: die Handlungsweise und Fehler des Varus, die Motive des Aufstandes der Germanen, sowie der ganze Verlauf desselben, lieber die ersten Punkte lässt sich aber bei Vellejus, Florus, Dio Cassius ziemliche Uebereinstimmung nachweisen, Tacitus schildert blos den Besuch des Schlachtfeldes durch Germanicus. Ueber den Verlauf der Katastrophe gehen die Angaben auseinander. Nach Florus und Vellejus muss man schliessen, dass Varus im Sommerlager überfallen worden sei, als er eben Gericht halten wollte, während er nach Dio und Tacitus auf dem Marsche befindlich vernichtet worden ist. Prüft man aber mit militärischem Auge diese wichtigste Differenz näher, so ergibt sich, dass jene Autoren auch nur das Marschlager des Varus gemeint haben können, welches derselbe nach Dio und Tacitus im Walde, also „in äusserster Zwangslage befindlich" errichten musste. Varus war also auf dem Marsche, ward angegriffen und auch in diesem Lager bestürmt.
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