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XXXII „Als er eben vor sein Tribunal citirte". heisst, dass er beabsichtigte, anderswo wieder Gericht halten zu wollen und dafür bereits die Befehle erlassen hatte. Auch andere Stellen treten hiernach in grösseren Einklang. Es finden sich in Dio's Schilderung eine Anzahl Stellen, welche seither nicht oder ungenügend beachtet wurden, für die Untersuchung aber von dem grössten Werthe sind. Die Schilderung der anderen Autoren widerspricht diesen Stellen nicht, und prüft man an der Hand der aus jenen Stellen gewonnenen Schlüsse so manche Hypothese über die Varusschlacht, dann lässt sie sich nicht ferner aufrecht erhalten. Diese Stellen beziehen sich hauptsächlich auf die Formation des Terrains. Die Beschaffenheit war folgende: Das Varusheer, welches nach Mommsen an Kombattanten 20000 Mann stark gewesen sein soll, jedoch nach Abkommandirungen vielleicht nur 18000 Mann (mit, Tross, Weibern und Kindern) nebst 6000 Pferden und Lastthieren und vielen Wagen gezählt haben könnte, und dennoch bei zwei Marsch-Kolonnen noch fast eine Meile in der Länge einnahm, muss völlig in waldigem Gebirgsterrain aufgenommen worden sein, bevor es angegriffen wurde. In diesem Gebirge mussten zahlreiche Schluchten vorhanden sein, welche den schon so losen Zusammenhang der römischen Abtheilungen anf diesem Marsche fast gänzlich aufhoben. Aber nicht blos zahlreiche Schluchten müssen zu finden sein, sondern nach Dio auch Klüfte, Felsschluchten, nicht blos kleine Strecken Waldes, sondern es muss aus der Beschaffenheit des Bodens hervorgehen, dass jener ehemals viel weiter gereicht und immer mächtige Buchen und Eichen getragen haben kann. Es ist auch hierbei wohl zu berücksichtigen, ob Devastation des Bodens vorliegen kann, oder ob derselbe damals noch ungeeignet gewesen sein muss, auch nur Fichten, Lärchen, Kinder der letzten Jahrhunderte, zu tragen. Es muss in der Gegend Sümpfe, Sumpfgewässer, trügerische Stellen und zwar verschiedentlich das Schlachtterrain durchsetzend, gegeben haben, nicht etwa blos ein oder mehrere grosse Sümpfe, oder gar diese auf der einen, Wald auf der anderen Seite, wie man das herauslesen könnte etc. Die Pässe, welche
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