|
.. |
XLI wollte alle diese Funde, welche nur beiläufig erwähnt werden durften, und die darauf gestützte Hypothese, in einer Schrift ausführlich besprechen. Erwähnt mag aber sein, dass er nach seinen Ausgrabungen zweierlei Begräbnissart hier feststellte, die Halbverbrennung — Schandbegräbniss — der Römer, und die gänzliche der Germanen. Aus einem jener tumuli setzte Rave 9 Skelette zusammen, darunter ein Kinder- und ein Frauenskelet. Auch eine römische Busennadel fand derselbe, während in den verschiedenartigen Germanengräbern, nur Knochenasche festgestellt wurde *). Dass auf dem höchst wahrscheinlich hier vorliegenden Schlachtfeld nicht mehr Waffen und Münzen gefunden wurden, deutet gerade auf diese Vernichtungsschlacht hin. Nach dem von Rave wohl begründet werdenden Nachweis der zweierlei Bestattung darf man nur eine Schlacht der Römer und Germanen hier annehmen. Wenn man nach den Zügen des Drusus, Tiberius und Germanicus forscht, wird man kaum zu der Anschauung gelangen, dass hier, in dem Terrain Lippspringe-Bergheim, oder auch getrennt, um Veldrom oder Sandebeck, deren Schlachten geschlagen wurden. Der Raum verbot näher darauf einzugehen, es muss aber Gegenstand weiterer Untersuchung sein. Zunächst deutet alles darauf hin, dass hier die Oertlichkeit der Varusschlacht vor uns liegt und konnte es nicht zu gewagt sein, nun auch eine Vermuthung über den ungefähren Verlauf der Schlacht in diesem Terrain auszusprechen, so leicht man in den Einzelheiten total irre gehen kann. Varus kam vom Sommerlager aus gegen Abend, oder, wenn er bereits einen Tag marschirt hatte, von dem, nahe dem Schlachtterrain gelegenen, noch intakten ersten Marschlager etwa bei Lippspringe, schon früher in den Wald. Er marschirte wahrscheinlich in mehreren Kolonnen, benutzte auch ebenso die Längsschluchten, wenigstens die mittelste, den Todengrund**). Nachdem das Heer ins Gebirge völlig eingetreten war, griffen __________ *) Der grösste Theil der Ausbeute aus den wenigen eröffneten tumuli etc. befindet sieh im Museum zu Paderborn, **) Rave schreibt Totegrund, Teutegrand. Sollte dies dann nicht der saltus teutoburgiensis sein? (Es spricht manches dafür, dass auf der Höhe eine Teuts- oder die Teutburg stand, dem Thuisto geweiht.) |
.. |