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X ganzen Staat vor. Hierbei wurde neben den guten Erfolgen der märkischen Pflegschaft die schätzbare Thätigkeit der Frauen und Jungfrauen hinsichtlich der Gegenstände aus dem Mittelalter und der neuern Zeit hervorgehoben. Die in England und Frankreich bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zum Schütze der Alterthümer wurden besprochen und wirkten auf einen bezüglichen Beschluss ein (s. Beschluss I). Es wurde um 12 Uhr die Sitzung unterbrochen, um Beschlüsse zu redigiren und eine Delegirtensitzung abgehalten, in der sich herausstellte, dass von den 65 verbundenen Vereinen 22 vertreten waren. Um 121/2Uhr fand nochmals allgemeine Versammlung statt, welche mehrere Beschlüsse genehmigte. Sodann nahm der Hofphotograph Schwarz aus Berlin ein Bild derjenigen Theilnehmer auf, welche dazu anwesend waren ; im Vordergrunde der Vorstand, die Herren Schliemann, von Cohausen, Schaaffhausen, Virchow, Polenz, Essenwein, Direktor des germanischen Museums, u. A. von Bedeutung. Gleich darauf setzten sich die Festgenossen zu einem einfachen Mahle im Gutenberghofe, welches nach den überstandenen Arbeiten sehr heiter war. Um 21/2 Uhr begaben wir uns zu dem Dome, durch dessen schönes und imposantes Innere der mit seiner Geschichte und Baugeschichte auf das Eingehendste vertraute Dom-präbendat Dr. Schneider führte. Besonderes Interesse erweckte ein Bischofsmantel aus Goldstoff des heil. Willigis, etwa um das Jahr 1000 n. Chr. gefertigt. Noch sehr Vieles wäre zu erwähnen, doch gestattet der Raum es nicht und ich beschränke mich darauf, den prächtigen Domschatz zu nennen. Hierauf besichtigten wir unter Dr. Schneider's sachkundiger Führung noch die Kirche zu St. Stephan. Obwol die Zeit vorgeschritten war und noch Sitzungen stattfinden mussten, gab man den Besuch des Drususthurmes nicht auf, wogegen alles Uebrige im Programme Vorgesehene unterblieb. Jenes merkwürdige, von aussen einem Thurm gleich sehende, doch ganz massiv errichtete Bauwerk ist von den Legionaren dem auf dem Rückmarsche von seinem Feldzuge zur Elbe im Jahre 9 v. Chr. infolge eines Sturzes mit dem Pferde gestorbenen grossen Feldherrn Drusus zum Denkmale der Liebe
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