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XXVII Stimmung aus einem Brief an Rössler mit beiliegendem Concept eines Berichts an eine Frankfurter Zeitung hervorgeht. Erst 6 Jahre später konnte Hundeshagen an Stelle der verbrannten ersten die im Jahre 1819 in Mainz erschienene, dem Grossherzog Karl August von Weimar gewidmete, zweite Ausgabe des Werkes herausgeben. Inzwischen war ein bedeutsamer Wechsel in seinen Lebensverhältnissen eingetreten. Der Aufenthalt in Wiesbaden bezeichnet entschieden den Höhepunkt in Hundeshagens Leben. Wie überall, so wusste auch dort der geistvolle, so vielseitig gebildete Mann, der damals am Anfang der Dreissig stand, sich geltend zu machen und, zumal da er die Bibliothek durch Einrichtung eines Lesezimmers dem gebildeten Publikum in liberaler Weise zugänglich machte, nicht nur in einem Kreise wissenschaftlich strebender Männer, der damals den ersten Grund zur Bildung des nassauischen Alterthumsvereins legte, sondern auch unter den in Wiesbaden vorübergehend weilenden Fremden sich den Ruf eines thätigen Gelehrten und anregenden Gesellschafters zu verschaffen. So erschien er u. a. auch Goethe, der in den Jahren 1814 und 1815 jedesmal einen Theil des Sommers in Wiesbaden zubrachte, als ein talentvoller Mann, mit dem er gern und häufig verkehrte, und der auch zu seinen Begleitern bei den Ausflügen in die Nachbarschaft gehört zu haben scheint. Zweifellos dürfte er auch mit Sulpiz Boisserée, als dieser seit dem 2. August 1815 bei Goethe in Wiesbaden weilte, persönlich bekannt geworden sein. Boisserée war es bekanntlich, der in dieser Zeit Goethe zu einer günstigeren Ansicht über unsere altdeutsche Kunst brachte, als er sie früher gehegt hatte, einer Ansicht, die sich in der Reise am Rhein, Main und Neckar, in der er seinen jeweiligen Aufenthalt in Wiesbaden und auch seinen Besuch in Hanau eingehend beschreibt, an vielen Stellen zu erkennen gibt, und die ihn auch besonders Hundeshagens lokalgeschichtlichen Arbeiten ein sympathisches Interesse zuwenden liess. Die beiden auf gleichem Boden der Romantik stehenden von dem gleichen Echo für mittelalterliche Kunst entflammten jungen Männer sollten sich unter sehr veränderten Verhältnissen am Abend ihres Lebens in Bonn wiedersehen.
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