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XXIX Die Sitzung am 15. März eröffnet der Vorsitzende Dr. Wolff mit einer auf das Ableben Sr. Majestät, Kaiser Wilhelms I., bezüglichen Ansprache, in der er besonders hervorhebt, dass dem siegreichen Kaiser vor Allem es zu danken sei, dass die auf Erforschung der Territorialgeschichte und die Weckung des Interesses für geschichtliche Studien gerichteten Bestrebungen der Geschichtsvereine durch Aufrichtung des Deutschen Reiches wieder ein gemeinsames bedeutendes Ziel gefunden haben, in dem die Territorialgeschichte, die früher nur eine Geschichte des Verfalls des alten Reiches und seiner Institutionen darstellte, jetzt als letzte und höchste Aufgabe sich die stellt, Bausteine zu liefern zur Vorgeschichte und Entwicklungsgeschichte des neu errichteten Deutschen Reiches. Am Schluss seiner Ausführungen forderte der Vorsitzende die Anwesenden auf, das Andenken des geschiedenen Kaisers durch Erheben von den Sitzen zu ehren. Darauf machte er in Vertretung des erkrankten Herrn Schriftführers die Mittheilungen aus dem Protokoll der vorigen Sitzung und knüpfte daran die Bemerkung, dass der Vorstand beschlossen habe, die Jahresversammlung am 21. April, dem 400 jährigen Geburtstage Ulrichs von Hutten, abzuhalten und dass für dieselbe das Ehrenmitglied des Vereins, Herr Kreisrichter a. D. Conrady in Miltenberg, den wissenschaftlichen Vortrag übernommen habe. Nach einigen ferneren Mittheilungen über das den Beschlüssen der Mainzer Versammlung der deutschen Geschichtsvereine widersprechende Vorgehen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie und Ethnologie (vergl. Post XXIII. Jahrg. 1888 Nr. 50) gegenüber den Lokalmuseen und die im Interesse der letzteren und der Geschichtsvereine nöthig erscheinenden Schritte, ertheilte der Vorsitzende Herrn Dr. Sponsel das Wort zu dem angekündigten Vortrage »über die Geschichte der Hanauer Gold- und Silberschmiedekunst«. Nach einer orientirenden Einleitung über die Stellung der Goldschmiedekunst zur hohen Kunst, über die hervorragendsten Pflegstätten jener edelsten aller Kleinkünste in der Renaissance-Periode und in unserer Zeit sucht der Redner die Frage zu beantworten, ob schon in vergangenen Jahrhunderten in Hanau eine alte Gold- [Goldschmiedeschule]
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