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XXX [Goldschmiedeschule] schmiedeschule bestanden habe. Zur Beantwortung derselben war es zunächst nothwendig das Bestehen einer Goldschmiedezunft in Hanau zu ergründen, da die Innungsbücher, die Meister und die Stempeltafeln, sowie die Akten dieser Zunft in erster Linie geeignet sind über die äussere und innere Geschichte der älteren Goldschmiedekunst Aufschluss zu geben. Diese äusserst wichtigen Dokumente waren für Hanau nicht aufzufinden, dagegen liess sich nur aus Einträgen in den Hanauer Rathsprotokollen das Bestehen einer Zunft nachweisen, und zwar von dem Jahre 1610 ab bis in die ersten Jahre des 18. Jahrhunderts. So kurz gefasst und wenig bedeutend jene Einträge in den Rathsprotokollen auf den ersten Anblick erscheinen mögen, so sind sie doch geeignet, wenn man die häufig gleichartigen Zunftbestimmungen älterer Goldschmiedestätten Deutschlands zum Vergleiche heranzieht, helle Streiflichter auf jene erste Periode der Geschichte der Hanauer Goldschmiedekunst zu werfen. Mit Uebergehung aller nur culturgeschichtlich nicht aber kunstgeschichtlich wichtigen Zunftverordnungen wandte sich dann der Redner den speciell für die Goldschmiedekunst charakteristischen Punkten zu, und wies nach, dass auch in Hanau die alte Goldschmiedewerkstätte jene drei Gebiete in sich vereinigte: die Silberschmiedearbeit, die Juwelierarbeit und die Siegelstecherei, ferner dass in Bezug auf den Feingehalt der Gold- und Silberwaaren wie anderswo so auch in Hanau die Gewohnheiten der Nachbarstätten massgebend gewesen sind, und dass für Hanau schon frühzeitig die Frankfurter Probordnung eingeführt wurde; drittens dass betreffs der Markirung, der Schau und des Anbringens des Stadtzeichens die Hanauer Zunft von den Bestimmungen der künstlerisch hervorragenden Nürnberger Zunft abhängig war. Ueber das auch in Hanau eingeführte Meisterstück waren nähere Bestimmungen nicht zu ermitteln. Für den Nachweis darüber, dass die Hanauer Stempelung der Waaren gleichartig mit der Nürnberger gehandhabt wurde, war von besonderer Bedeutung der sogenannte Hanauer Rathsbecher aus der Sammlung Rothschild, z. Zt. in Paris befindlich. Dieser letztere konnte auch als das beste bekannte Werk der älteren Zeit der Hanauer Gold- [Goldschmiedekunst]
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