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XXXVII Unser Ehrenmitglied, Kreisrichter Conrady von Miltenberg hatte, um sich, wie er betonte, einestheils „vor der Generalversammlung gleichsam zu der ihm zu theil gewordenen hohen Auszeichnung seiner Ernennung zum Ehrenmitgliede des Bezirksvereins einigermassen zu legitimiren“, anderntheils um den unmittelbaren Zusammenhang seiner Bestrebungen mit wesentlichen Zielen des Hanauer Vereins darzuthun, als Thema seines Vortrages die Darstellung seines Antheils an der Erforschung des römischen Limes“ gewählt. — Einleitend brachte er zunächst an einer zu diesem Zwecke gefertigten grösseren Limeskarte den Zug des römischen Grenzwalles von Kehlheim an der Donau bis nach Rheinbrohl am Rheine, sowie die rückwärtige zweite Kastellenkette zwischen Main und Neckar, die sog. Mümlinglinie, zur Anschauung. Es wurde dabei zur Sprache gebracht, wie die Jahrhundert alten Bestrebungen, die römische Grenzlinie wissenschaftlich festzustellen, zwar schon früh ihren südlichen Theil an der Donau und in Schwaben, sowie den nördlichen Abschnitt zwischen Lahn und Wetter, und zwar in ihrer Zusammengehörigkeit als Theile desselben grossen Ganzen kennen gelehrt hätten; wie dagegen die mannichfachen Versuche, das fehlende Verbindungsglied zwischen Nord und Süd, speziell die Strecke zwischen Walldürn und Arnsburg, nachzuweisen, bis zu den letzten Jahrzehnten ohne befriedigendes Ergebniss geblieben seien. Auffälligerweise habe man die Verbindung stets östlich von der Wetter, über die Vorhöhen des Vogelsberges und durch den Spessart, gesucht und demgemäss durch den letzteren, je nachdem man (wie die älteren Forscher) den Uebergang der Grenze über den Main bei Obernburg, oder gemäss der später allgemeineren Ansicht zwischen Miltenberg und Freudenberg gesucht hätte, wenn auch ohne jeden thatsächlichen Anhaltspunkt, verschiedene Limeslinien gezogen. Erst im Laufe der letzten 10 Jahre sei es gelungen, einestheils durch die glänzenden Forschungsergebnisse des Hanauer Bezirksvereins zwischen Main und Wetter, und anderntheils durch die Entdeckungen und Aufschlussarbeiten des Vortragenden selbst zwischen Walldürn und Miltenberg, sowie von da mainabwärts bis nach
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