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LIV

im steinfreien Lehmboden ausgegrabenes Nest zusammengeworfener Mauersteinschrotten (als jedenfalls von einem nahen Wachthaus herrührend) bezeichnet, fast in rechtem Winkel nach Westen und zieht über das ebene Plateau der linksseitigen Mainthalhöhen dem Greinberg zu. Hat aber auch auf dieser fast 3 Km. langen Strecke früherer Feldbau die ehemalige Grenzwehr so gründlich beseitigt, dass trotz eifrigsten Suchens bisher Ueberreste nicht aufgefunden werden konnten, so ist ihr einstiger Zug doch zweiffellos verbürgt durch die bezeichnenden Distriktsnamen auf dem ganzen Wege: „Zwischen Hag und Steig“, „Hag-Wald“, „Hag-Aecker“, sowie durch die unfern hinter der Linie verlaufende Heerstrasse, von deren Steinunterbau hier und da Spuren zurückgeblieben sind. Fast wunderbar hatte sich endlich auch ein zweifelloser Anhaltspunkt für die wichtige Stelle der Grenzwalllinie, wo dieselbe auf den „Hagäckern“ nahe bei Mombrunn eine letzte nordwestliche Wendung vollzieht, ergeben. Wie durch eine Vision war nämlich dem nun 78jährigen Erbacher erst jetzt, nach mehrjährigem Grübeln, urplötzlich die wortgenaue Erinnerung an die in seinem 16. Lebensjahre erhaltene Mittheilung zurückgekehrt, dass hier auf einem Hofmannischen Acker ungefähr 50 Jahre früher bei Beseitigung einer hinderlichen „Steinrassel“ ein kleines Mauerviereck ausgegraben und die sich ergebende Steinmenge am nahen Waldrande abgelagert worden sei. Und dort hatte Conrady — nach mehr als 100 Jahren — unter Birkenwurzeln und Heidegestrüpp die so unverkennbaren römischen Mauersteine wiedergefunden! Also unzweifelhaft auch hier eine Wachtstation. Vierhundert Meter weiter in der sich nun wieder nach Nordwesten drehenden Linie liegt der ehemalige Standort des erwähnten (im Interesse seiner Erhaltung jetzt im Hofe der Miltenburg aufgestellten) Toutonendenkmales, welches gegenwärtig allgemein als das monumentale Zengniss einer Verständigung der Römer mit einem germanischen Stamme der Toutoni oder Teutones über die beiderseitige Gebietsgrenze gedeutet wird. — Redner beleuchtete hiernach die interessante Thatsache, dass 200 m. weiter die einstige Limeslinie durch das mächtige Bollwerk eines germa- [germanischen]

 

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