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LIII etwas verschobenes Viereck von 93/94 und 83/84 m. Seitenlänge mit durch einen Radius von 11 m. abgerundeten Ecken und einer 2 m. dicken Umfassungsmauer von Kalkbruchsteinen erwiesen, jedoch durch Plünderung zu Wegbauten und umfassende Schatzgräberei fast gänzlich zerstört. Nur noch ein Thorthurm (an der porta principalis dextra) konnte festgestellt werden, mit der bemerkenswerthen Eigenthümlichkeit, dass er um 2,40 m. vor die Umzugsmauer hervortrat. Das Kastell hatten 2 Spitzgräben von 5 und 6 m. Breite und nur l,12 m. Tiefe umgeben, und in dem Spitzdamm zwischen beiden fand sich noch ein metertiefer Spalt eingeschnitten, der wohl zur Aufnahme von Schanzpfählen gedient haben mochte. Ausser einem Inschriftbruchstück mit wenigen Buchstaben ergaben sich keine nennenswertheren Fundstücke. — Weniger günstigen Erfolg als auf der südlichen Strecke hatten die Bemühungen Conradys gehabt, den Verlauf des Grenzwallzuges nördlich von den „Hönschhecken“ bei Wenschdorf bis zum Maine im Einzelnen nachzuweisen, wiewohl ja dieser Verlauf im Ganzen nicht mehr zweifelhaft sein konnte. Die übereinstimmende Achsenrichtung der beiden in den Hönschhecken ausgegrabenen Wachthäuschen wies der Fortsetzung zunächst eine nördliche Richtung an, dicht an der Ostseite von Wenschdorf vorüber. Durch günstigen Zufall konnte hier ermittelt werden, dass bei Erbauung des etwas ausserhalb des Dorfes gerade an der Stelle der nach den Hönschhecken folgenden zweitnächsten Wachtstation errichteten Hirtenhäuschens eine Menge zugerichteter Mauersteine im Boden gefunden worden waren, die mit aller Sicherheit als die Ueberreste des hier abgegangenen römischen Wachthauses gelten durften. In der Fortsetzung der Linie fällt 600 Schritt weiter nördlich die nächste Station auf den höchsten weitschauenden Punkt des Mainuferplateaus. Hier fand der Grundbesitzer grade um jene Zeit zufällig in seinem Acker zwei volle Wagenladungen von behauenen Mauersteinen, und Conrady hatte durch eine nachfolgende Ausgrabung feststellen können, dass es sich eben wieder um den Platz eines ehemaligen Wachthauses handelte. Von hier ab wendet sich der Grenzwallzug, nach nicht ganz 600 Schritten, durch ein
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