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LXII

Monatsversammlung am 23. October. Aus den Vorstandssitzungen ward mitgetheilt, dass Gymnasiallehrer Dr. Endemann an Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes E. Rössler als Bibliothekar in den Vorstand gewählt sei; ferner dass die Schrift unseres Ehrenmitgliedes R. Wille, Oberst zu Spandau, als »Urkundliche Beiträge zur Geschichte Hanaus im dreissig-jährigen Kriege aus dem Nachlass Herzog Bernhards von Weimar«, als Vereinspublikation den Mitgliedern frei geliefert werden solle.

Nun ergriff der Vorsitzende Dr. Wolff das Wort und hielt dem am 9. Oct. 1888 verstorbenen Vorstandsmitglied E. Rössler einen warmen Nachruf. Nach einer Hinweisung auf die wiederholten schweren Verluste, welche der Verein in den letzten Jahren durch den Tod hervorragender Vorstandsmitglieder erlitten habe, gab der Redner zunächst eine kurze Uebersicht der Hauptereignisse aus dem Leben des Verstorbenen. Eduard Ludwig Roessler wurde geboren zu Hanau am 26. Januar 1818 als Sohn des Fabrikbesitzers Dr. phil. Karl Roessler, der als tüchtiger Mineraloge und langjähriger Direktor der Wetterauischen Gesellschaft sich in weiten Kreisen einen ehrenvollen Namen erworben hat. Die Erziehung im väterlichen Hause, welches einen Mittelpunkt des geistigen Lebens seiner Vaterstadt bildete, war von nachhaltigem Einfluss auf die Entwickelung Eduard Rösslers, der, obgleich als Erbe des väterlichen Geschäfts für einen praktischen Beruf bestimmt, während seines ganzen Lebens ein hervorragendes Interesse für wissenschaftliche Bestrebungen bethätigt hat. Nachdem er in Frankfurt a./M. seine kaufmännische Lehre durchgemacht hatte, vervollkommete er seine Ausbildung durch Reisen in Frankreich und Italien. Am 9. December 1841 verheirathete er sich mit Charlotte Friederike von Müller, Tochter des grossherzoglich hessischen Forstmeisters zu Gladenbach. Aus dieser Ehe sind 8 Kinder entsprossen, von welchen 4 in frühem Alter gestorben sind. Am 23. November 1853 trat er in die Wetterauische Gesellschaft und am 11. Februar 1866 in unsern Verein ein, in dessen Vorstand er im Frühjahr 1883 gewählt wurde. Seiner Vaterstadt hat er als langjähriges Mitglied des Stadtraths hervorragende Dienste geleistet. Dem Pres- [Presbyterium]

 

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