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LXI —1476 war Pfandinhaber derselben Philipp Graf von Hanau. Aus Hanauischem Besitz kam dieselbe in den Besitz des Hauses Isenburg, bei welchem es bis zur Säcularisation desselben verblieb und jetzt unter Hessen-Darmstädtischer Oberhoheit dem Fürsten von Wächtersbach angehört. Die Zeit von 1536—1601 ist die Glanzzeit der Ronneburg, nach ihr nannte sich ein Zweig der Isenburger, die Ronneburger Linie. Mit dem Aussterben derselben 1601 wurde Amt Ronneburg nur noch von Gräflichen Amtmännern verwaltet, bis auch deren Wohnsitz nach Langenselbold schliesslich verlegt wurde. Vom Jahre 1614 wurde die Ronneburg der Sammelplatz aller Heimathslosen und in ihrer Gewissensfreiheit Bedrängten. Die Judenverfolgungen zu Frankfurt a. M. gaben den ersten Anlass zur Bevölkerung der Ronneburg durch die Juden (Judenbau), dazu gesellten sich die Zigeuner, Alchymisten, Astrologen, kurz Menschen aller Art, welche aus irgend einem Grunde Ursache hatten sich dem Auge ihrer Verfolger zu entziehen. Von 1712 an gab Graf Casimir von Büdingen den verschiedensten Sekten dortselbst Aufnahme, allen Gewissenbedrängten und Verfolgten Duldung und gastliche Freistätte. Es gesellten sich zu den Refugiés die Separatisten, die Inspirirten, dann 1736 Graf Zinzendorf mit seinen Herrnhutern. Die zeitlich längsten und letzten Insassen der Burg waren Juden, auch diese mussten letztere wegen des stets zunehmenden Verfalls der Burg die gastliche Freistätte verlassen und jetzt — ihre Mauern sind zerfallen und der Wind streicht durch die Hallen! Vortragender zeigte dann noch die Räume der einzelnen Sekten und war namentlich das Besteigen des gut erhaltenen Bergfrieds, woselbst Peter Euler sein geheimnissvolles Wesen getrieben und das Elixir für Erhaltung des Lebens vergeblich gesucht hatte, am lohnendsten. Die Burg wird noch dadurch hochinteressant, dass prächtige, zum Theil wohl erhaltene Wappen und Inschriften Kunde geben von längst vergessenen Namen. Mit Beginn der Dämmerung wurden die geheimnissvollen Ruinen verlassen und von Vielen wurde der Wunsch laut, bald wieder dieses prächtige Bergschloss besuchen zu können.
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