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begonnen, konnte jedoch, durch das betäubende Geräusch einer unter den nach der Strasse zu gehenden Fenstern aufgestellten Musikbande unterbrochen, nicht beendet werden. Es war daher sehr dankenswerth, dass der Vorsitzende des Vereins, Herr Major a. D. von Stamford, sich von der diesmaligen Bestimmung, nur drei Trinksprüche auszubringen, entband und durch einen dem Vorredner im Namen des Vereins ausgesprochenen Dank den beabsichtigten Zweck von dessen Ansprache den Theilnehmern am Festmahle zur Kenntniss brachte.

Am folgenden Tage fand der in der Festordnung angesetzte Ausflug mit der Eisenbahn statt, an welchem sich etwa 30 Personen betheiligten. Zunächst wurde in Kaldern die alte im spätromanischen Stile erbaute Klosterkirche besichtigt, über deren Geschichte Herr Pfarrer Kümmel von dort Näheres mittheilte. Nach einer etwa zweistündigen Fusswanderung durch eine an Naturschönheiten überaus reiche Gegend erreichte man die Eisenbahn wieder in Buchenau und von da nach kurzer Fahrt das Hauptziel des Ausflugs, das am Fusse des mit dem Schlosse gekrönten hohen kegelförmigen Berges so malerisch gelegene Städtchen Biedenkopf. Nach Einnahme eines Mittagsmahles wurde der Berg zur Besichtigung des Schlosses erstiegen und fand man durch die hier sich bietende prachtvolle Aussicht in die wunderbar schöne Gegend mit ihren Waldbergen reichliche Entschädigung für die Mühe des Aufsteigens. Wegen vorgerückter Zeit konnte leider zur Besichtigung des vom Landgrafen Otto, dem Sohne des Landgrafen Heinrich I. von Hessen, an dieser Stelle erbauten und mit einer starken Umfassungsmauer umgeben gewesenen Schlosses, von dessen frühester Zeit der Hauptthurm noch erhalten ist, nur kurze Zeit verwendet werden. Aus gleichem Grunde war auch Herr Pfarrer Heldmann aus Michelbach genöthigt, seinen Vortrag über die Bedeutung Biedenkopfs und dessen Geschichte, sowie der dort ansässig gewesenen Adelsfamilien zum Bedauern der Anwesenden abzukürzen. Aus dem Vortrage soll nur hier erwähnt werden, dass der Verfasser der Geschichte von Hessen in 11 Bänden und bis zu dem Jahre 1760 reichend, Georg

 

 

 

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