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XLII zusammenhing. An den üblichen Stellen fanden sich Steinmetzenzeichen und zwar nur wenige. So z. B. hat eine Person alle Pfeiler gearbeitet, welche so genau bearbeitet waren, dass nur eine millimeterdicke Lagerfuge blieb. Merkwürdig und bisher noch nicht nachgewiesen sind auf den innern Flächen der Quadern an verschiedenen Stellen z. B. den Pfeilern befindliche Steinmetzenzeichen, gleichzeitig neben äussern, und zwar wieder verschieden auf den Stoss- und Lagerflächen. In der Westwand fanden sich Spuren einer Emporenanlage mit einer hochgelegenen Thüre, unter welcher Kragsteine eine Brücke zum Wehrgang der Stadtmauer getragen haben mögen, da von einer Treppe keinerlei Spur (conf. die Photographie) zu entdecken ist. Einen Thurm hatte der Bau nachweislich nicht. Die schönen Malereien der im Chor vollständig stehen gebliebenen Gewölbe waren nach dem Brande durch den Rauch gänzlich unkennbar geworden. Im Charakter sind sie den im Chor der Elisabethkirche dahier, der katholischen Kirche und ehemals in der hiesigen Schlosskapelle, sowie ehemals auch in Wetter vorhandenen gleich. Aehnliche finden sich auch noch in einer Seitenkapelle zu Möllenbeck u. s. w. Die nach der Säcularisation eingebauten Häuser boten in ihrem Holzwerke einiges Interesse, glücklicherweise haben sich Reste davon gerettet, und sind für die Sammlung erworben worden. Leider ist ein schöner Kamin von 1620, welcher in einem derselben sich befand und 1882 gezeichnet wurde, durch den Sturz zertrümmert worden. Ueber die Geschichte des Klosters ist so gut wie nichts bekannt. Inschriften fanden sich an den Gebäuden keine, ausser der an dem hohlen Schlussstein des Chorschlusses eingehauenen Jahreszahl I486. Diese bezeichnet natürlich nur die Vollendung der Gewölbe. Das Kloster bestand bereits früher, wie ein Posten der Kasseler Stadtrechnung von 1468 beweist (Stölzel p. 16), wonach mit dem Prior Conrad über Zinsen abgerechnet wird, welche die Stadt dem Convent schuldete. Es muss also in guten Verhältnissen gewesen sein, und diese auch den Grund zu dem Neubau gegeben haben. Wenn auch die Gründung des Klosters bald nach oder gleichzeitig mit Anlage der Neustadt, ca. 1354 durch Otto
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