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XLIII

den Schütz, der († 1366) nach Gerstenberger in der Klosterkirche beigesetzt sein soll, zu vermuthen ist, zumal dasselbe eine wichtige Stelle in der Befestigung derselben einnimmt, so hat sich doch kein Bautheil erhalten, welcher dieser Zeit zuzuschreiben wäre. Wegen der späteren Schicksale muss auf den in Aussicht genommenen ausführlichen Aufsatz verwiesen werden. — Nach Beendigung dieses Vertrages, welcher durch Vorlegung einer Reihe von photographischen Aufnahmen erläutert war, wurde durch den Vorsitzenden eine bisher unbekannte Zeichnung des Schlosses Marburg aus dem Jahre 1632 vorgelegt und besprochen, sowie ein bei Rauschenberg gefundener, durch Herrn Pfarrer Klein daselbst überschickter Stempel eines hessischen Brakteaten gezeigt. Dieser Stempel ist der einzig erhaltene eines hessischen Brakteaten. Weiteres Interesse erregte noch das von Herrn Bauinspektor Schwamborn vorgelegte Freiherrndiplom für ein Mitglied der Familie Trott.

Am 13. April redete Herr Postsecretär Ruhl über das hessische Postwesen im 16. Jahrhundert. Der Vortragende machte zuerst einige allgemeine Bemerkungen über das damalige Postwesen überhaupt und betonte, dass er noch kein abgeschlossenes Bild unseres ältesten Postwesens darstellen wolle und könne ; das, was er auf Grund der archivalischen Quellen mittheilen werde, seien nur allgemeine Umrisse und Anhaltspunkte, die uns immerhin erkennen Hessen, wie unser ältestes hessisches Postwesen eingerichtet und beschaffen gewesen. Der Vortragende führt an, dass über unser hessisches Postwesen bis jetzt so viel wie gar nichts bekannt sei; Rommel habe in Bezug auf die hessische Post zur Zeit des Landgrafen Carl in seinem Werke geschrieben, »dass die hessischen reitenden und fahrenden Posten zu den besten in Deutschland gehörten«, ohne dieses aber durch eine genauere Angabe und Darstellung unseres Postwesens zu begründen. Ueber unsere hessische Post im 16. und 17. Jahrhundert führte der Vortragende aus dem Werke Faulhabers »Geschichte der Post zu Frankfurt am Main 1883« folgenden Anspruch an: »Auf einer sehr entwickelten Stufe stand im 16. und 17. Jahrhundert das Postwesen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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