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XLIV

des Landgrafen von Hessen.« Jenen gegenüber, welche die ältesten Posten nicht als Posten anerkennen wollen, vertrat der Vortragende die Ansicht, dass wir auch die ältesten Einrichtungen, welche unsere Vorfahren Posten genannt haben, wenngleich dieselben nur dem fürstlichen und staatlichen Interesse dienten, ebenso nennen könnten, zumal jene einfachen Einrichtungen die Anfänge des heutigen Postwesens gewesen seien. In Bezug auf das älteste hessische Postwesen wurde ausgeführt, dass dasselbe bis zum Jahre 1627 bezw. 1629 ein unregelmässiges war, d. h. dass die Posten nur gingen, wenn Briefe zur Beförderung vorlagen ; erst von 1627 bezw. 1629 wurden von Darmstadt aus nach Marburg bezw. Rheinfels regelmässige Posten eingerichtet, infolge dessen dieselben an bestimmten Tagen auf die vorgeschriebenen Orte oder Stationen abgefertigt wurden. Die Beförderung geschah gewöhnlich durch fussgehende vereidigte Boten; in wichtigen besonderen Fällen fand dieselbe auch zu Pferde statt. Vielfach mussten die Boten den Weg vom Abgangsorte bis zum Bestimmungsort zurücklegen  später wurden Stationen eingerichtet, an welchen Boten angestellt waren, welche die ankommenden Posten sofort weiter tragen mussten. Durch diese letztere Einrichtung wurde die Beförderung wesentlich verbessert und beschleunigt. Diese Einrichtung hat anscheinend von 1561 an bestanden, von jener Zeit an nämlich, als Landgraf Philipp eine Post von Kassel über Felsberg, Ziegenhain, Kirchhain, Marburg u. s. w. bis nach Zwingenberg eingerichtet hatte. Die Station Felsberg hatte nur einen Fussboten für die Beförderung der Post: der damalige Rentmeister Hans Gleim bat am 26. September 1567 den Kammerrath zu Kassel um Anstellung noch eines zweiten Briefboten, da der eine nicht genüge, um die ankommenden Posten zu besorgen, zumal manchmal in einer Stunde drei Posten ankämen ; ebenso bat er den Kammerrath noch um Zusendung eines Schreibers, da er wegen seines Post- und Rentereidienstes zu sehr mit Arbeiten überhäuft wäre. —

Die ältesten hessischen Posten waren anfänglich keine ständigen Posten; sie wurden mehrfach nur zu bestimmten Zwecken eingerichtet und hörten wieder auf, wenn die Ursache der Einrichtung wieder wegfiel ;

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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