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nachdem noch einige Angelegenheiten der bevorstehenden Hauptversammlung besprochen waren, ein längerer Vortrag des Herrn Dr. Könnecke über neue Quellen zur Lebensgeschichte Grimmelshausens. Der Vortragende behandelt zunächst den bisherigen Gang und den gegenwärtigen Stand der Forschung über diesen bedeutendsten deutschen Romandichter des XVII. Jahrhunderts, und theilte dann seine auf langjähriger urkundlicher Forschung beruhenden Ergebnisse mit. Hiernach ist es urkundlich sicher, dass Grimmeishausen wirklich ein Gelnhäuser ist. Sein Vater, Grossvater und Urgrossvater sind als Gelnhäuser Bürger nachweisbar; auch lässt er sich an der Hand der Akten, Kirchenbücher und anderer gleichzeitiger Quellen für die Jahre 1646—1660, 1662, 1666—1676 in verschiedenen Lebensstellungen nachweisen. Wichtig ist auch der Nachweis, dass Grimmeishausens Familie, also auch er, ursprünglich lutherisch waren, und dass er schon 1646 als Katholik vorkommt, also spätestens in diesem Jahre zum Katholicismus übergetreten sein muss. Der Vortragende sprach die Hoffnung aus, dass weitere Forschungen noch von anderen wichtigen Ergebnissen über Grimmelshausen, seine Familie und seine Schriften begleitet sein würden.

In der am 15. November stattgehabten Sitzung machte der Vorsitzende Mittheilungen über eine am 27. d. M. bei Lempertz in Cöln stattfindende Versteigerung der Kunstgegenstände des Nachlasses des Prinzen Moritz von Hanau und bezeichnete es als wenig pietätsvoll von den Erben, dass sogar die Uniformsröcke und dergleichen Familienstücke des letzten Kurfürsten unter den Hammer gebracht würden. Es folgte darauf ein Vortrag des Herrn Pfarrer Heldmann zu Michelbach über das Verhältniss Hessens zu den truchsessischen Wirren im Erzstifte Cöln 1582—1584. Nach einem Ueberblick über die Erzbischöfe von Cöln seit der Absetzung Hermanns V. (1547) und über die Liebesgeschichte des Erzbischofs Gebhard Truchsess und der schönen Gräfin Agnes von Mansfeld, die Heuchelei und den astrologischen Aberglauben Gebhards, den Verfall des Domkapitels in der Mitte des 16. Jahrhunderts zeigt der Vortragende, dass die vier hessischen Landgrafen an Gebhards Heirath und Reformation von Anfang wenig Gefallen und Ver- [Vertrauen]

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