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LI [Vertrauen] trauen gehabt, am wenigsten Philipp II. zu Rheinfels und Wilhelm IV. zu Kassel, mehr schon Ludwig IV. zu Marburg, der von seinem Hofrichter Arnold von Viermünden beeinflusst, nicht die Folgen einer Theilnahme habe ermessen können. Nach seiner Verheirathung am 2. Februar 1583 habe Gebhard dem Landgrafen Ludwig zu dessen Bestürzung am 11. Februar einen zweitägigen Besuch in Marburg gemacht und am 5. März bei den Landgrafen Wilhelm und Ludwig in Marburg wiederholt, sei am 14. Februar von da, von 80 hessischen Geleitsreitern über Frankenberg, Medebach und Brilon begleitet, nach Arnsberg gegangen. In Brilon habe der ihm »gelehnte« und begleitende hessische Superintendent Val. Schoner aus Ziegenhain den protestantischen Gottesdienst einzuführen, aber auch gleichzeitig seine, die später in Landgraf Ludwigs Landen unter Moritz fortgesetzte, Absetzungsthätigkeit gegen die Geistlichen begonnen, ebenso der nassauische Rath Christiani, welcher unter Moritz die gleiche Absetzungsthätigkeit in der Grafschaft Katzenellenbogen besorgte. Schoner war dann in gleicher Weise in Arnsberg, Werl und Gesecke thätig, eingeführt durch den truchsessischen Kriegsoberst Wolmeringshausen; sei aber seit Ostern 1583 von Landgraf Wilhelm zurückberufen, da dieser infolge eines Warnungsschreibens des Kaisers, der die Landgrafen wegen ihrer Beschickung der Cölnischen Landtage zu Cöln und Arnsberg und der dem Erzbischof erwiesenen Unterstützung gerügt, plötzlich ängstlich geworden, seitdem die strengste Neutralität eingehalten, um nicht Hessen abermals wie zur Zeit des Schmalkaldischen Krieges durch die Cölnischen Religionswirren an den Rand des Verderbens zu bringen. Seitdem habe sich Wilhelm durch nichts mehr bewegen lassen, dem inzwischen abgesetzten und gebannten Kurfürsten Unterstützungen an Hülfstruppen, Geld, Pulver oder Geistlichen zu gewähren, sondern alle Ansuchen strikt abgelehnt, aber stets die Sicherheit seines Landes im Auge und sich zu einer schnellen Rüstung gegen Durchzüge und Angriffe seitens des Pfalzgrafen Joh. Casimir oder des Herzogs Ferdinand von Baiern, der seinen zum Erzbischof erwählten Bruder Ernst durch ein gesammeltes Heer einsetzte und auf seinem Zuge 4*
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