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LII

durch die westphälischen Gebiete die waldeckische und hessische Grenze zu berühren Willens war, bereit gehalten. Nach Schoners Rückkehr seien andere krypto-kalvinische Geistliche, der im Hennebergischen abgesetzte Pfarrer Caspar Mutz aus Roda, der Wildunger Just. Koner und noch mehrere andere waldeckische Geistliche, aber kein einziger aus Hessen, in des Gebhard Truchsess Diensten und Sinne als Reformatoren in Westphalen thätig gewesen, meistens wie Val. Schoner, dessen Trunkenheitsfall zu Werl in seiner Reformatorenrolle übrigens in jener Zeit nichts gerade Auffallendes habe, wilde Geister, welche auch bei ruhigem Verlaufe der truchsessischen Reform es zu keiner lebensfähigen kirchlichen Gestaltung gebracht haben würden, aber der Gesinnung und dem Treiben Gebhards entsprochen hätten. Landgraf Ludwig, dem als Lutheraner auch missfällige Berichte über die Bilderstürmereien und Kirchenverwüstungen des Truchsess und seiner Anhänger zu Ohren gekommen, habe den Pfarrer Ludwig Stipp zu Battenfeld mit Auskundschaftung der Verhältnisse in Westphalen beauftragt; dieser aber sei nur nach Hallenberg und Medebach gekommen, sein Urtheil über die truchsessischen Geistlichen und die Reform sei ein sehr abfälliges gewesen. Vor dem fliehenden truchsessisch-casimirschen Heere seien selbst des Truchsess Unterthanen im Amt Medebach und sein treuester Anhänger der Graf von Nassau von Schrecken ergriffen und hätten sich mit ihren Habseligkeiten nach Hessen flüchten wollen, doch habe sich die Herstellung geordneter Zustände in Westphalen ohne Blutvergiessen und leichter als am Rheine vollzogen, wozu Landgraf Wilhelms kluges Verhalten und die persönlichen Einflüsse Caspar von Fürstenberg und dessen Verwandtschaft zum hessischen Hofrichter Arnold v. Viermünden wesentlich beigetragen. Der Schluss des Vertrags wies dann noch statistisch hin auf den Besuch der Universität Marburg seitens der Westphalen in der Zeit von 1532—1636, wie dieser Besuch von dort 1563—68 rapid gewachsen, 1572 etwas ab-, aber im truchsessischen Entscheidungsjahre 1583 einen grösseren Aufschwung als je zuvor genommen; damals hätten dahier 33 Jünglinge des höheren und niederen Adels, darunter 15 aus Westphalen studiert,

 

 

 

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