..

LIII

1532—1636 im Ganzen 668 Westphalen, darunter 203 aus dem westphälischen Adel. Die Niederwerfung des truchsessischen Versuchs habe zwar eine augenblickliche Unterbrechung, aber doch vorerst noch keine merkliche oder bleibende Veränderung im Besuche der Universität hervorgebracht. Die hauptsächlichen Theilnehmer der truchsessischen Bewegung in Westphalen hätten in der Zeit von 1532—1583 in Marburg studirt, die aus dem Adel, aus welchem fast sämmtliche Adelsgeschlechter Westphalens vertreten seien, befänden sich fast ausnahmslos darunter, auch lasse sich der Besuch der Universität Marburg durch die einzelnen Familien aus den einzelnen Städten nachweisen und noch durchs ganze 16. Jahrhundert seien Geistliche aus dem cölnischen Westphalen in Hessen zur Anstellung gekommen. Der Beifall des truchsessischen Unternehmens in Westphalen trotz der Verkommenheit des Truchsess und mehrerer Parteigänger sei daher weder durch die Heirathslust der westphälischen Geistlichen, noch durch den politischen Druck des Landgrafen, noch durch die Medebacher Pfandschaft des Viermunds, sondern als das Product des Bildungsgangs der Jugend zu erklären, welche die Anschauungen des 16. Jahrhunderts seit 50 Jahren aus Marburg in die Heimath nach Westphalen verpflanzte und das truchsessische Unternehmen zu ihrer Verwirklichung ergriff. Erst die Stürme des dreissigjährigen Kriegs und die Gründung der Universitäten Münster (1631) und Paderborn (1614) und der verschiedenen Jesuitenschulen in den Stiftern hätten später dem Besuche von Marburg durch Westphalen ein Ende gemacht und diese ihre Bildung in der Heimath suchen lassen.

Der am 6. Dezember von dem Schriftführer des Vereins, Herrn Oberst Nebelthau, gehaltene Vortrag betraf: »Die Meuterei des Fuldaer Landwehr-Bataillons 1814.« Zunächst gab der Vortragende eine gedrängte Uebersicht der Schicksa le [Schicksale] des Fuldaer Landes vom Ende der geistlichen Herrs chaft [Herrschaft] an — 1802 — bis zum Sturz des Grossherzogthums Frankfurt infolge der Leipziger Schlacht. Der von den Alliirten eingesetzte General-Gouverneur, der österreichische Feldmarschall-Lieutenant Prinz Philipp von Homburg — dem jedoch schon Anfang des Jahres 1814

 

 

..