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15.

Was wirdts End vom liedte seyn?

Anjou, räume Madrit ein,

Cousin ein Herr ohne Landte:

Hohn, bestehe nun in schandte!

Spey, was Du verächterlich

Rissest ehemahls an Dich.

16.

Es trägt warlich schlechten lohn,

Wer dem Ludwig dient, davon;

[...............].

17.

Nun, Ihr lieben, nun Ade!

Weil ich zu den Staaten geh;

Ey was hab ich da zu schaffen,

Mich zu führen als ein’n Affen.

Endlich gehts nach Engellandt,

Mutter Anna. Pfui der Schandt!

18.

Nun dan bitte flehentlich:

Höret, ach erhöret mich!

Notre Dame, sainte Mere,

O saint Louis, Miserere !

Schaut, wie Tallard zum gelubt

Euch sich nach Westmünster giebt.

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Zum Verständnis der Einzelheiten des Gedichts sei an Stelle von Anmerkungen folgendes bemerkt:

Dasselbe wird, wie schon der Titel lehrt, dem Marschali Tallard in den Mund gelegt; am Tage der Schlacht (Vers 12) bricht er in seine Jammerklage aus.

Zu Vers 2. Dem Versmass zu Liebe wird aus des Schwaben Max Emanuel Kurfürstenkranz ein Königskranz gemacht.

Zu Vers 3. Statt „dreimal“ müsste es „zweimal“ heissen, da Tallard nur im Mai und Juli 1704 französische Truppen über den Schwarzwald führte; das erste französische Heer, das während des spanischen Erbfolgekrieges im April 1703 nach Baiern zog, stand unter dem Befehl Villars, der im Oktober das Commando an Graf Marsin übergab. Die hochmüthige Siegesgewissheit Tallards ist auch sonst durch verschiedene seiner Aeusserungen beglaubigt; namentlich seine Reiterei galt für unüberwindlich.

 

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