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Zu Vers 4. Das Treffen am Schellenberg vor den Thoren Donauwörths fand am 2. Juli 1704 statt; Marlborough und Markgraf Ludwig von Baden, der Führer des Reichsheeres, eroberten diesen von den Baiern besetzten Schlüsselpunkt zum Kurfürstenthum. Französische Truppen waren an dem Treffen nicht betheiligt.

Zu Vers 5. Statt „dritte“ wäre wieder „zweite“ zu erwarten. Als Tallard Anfang Juli 1704 zum zweiten Mal den Schwarzwald überschritt, belagerte er mehrere Tage vergebens das schwäbische Städtchen Villingen. Am 22. Juli zog er weiter und vereinigte sich am 4. August nach einem Marsche am rechten Donauufer in Augsburg mit dem Kurfürsten. Dillingen liegt dagegen auf dem linken Ufer nicht weit von Höchstädt.

Zu Vers 6. Am 9. August brachen Baiern und Franzosen von Augsburg auf und überschritten am 10. die Donau. Ihr Marsch richtete sich gegen Prinz Eugen, der Tallard vom Schwarzwald her mit einem kleinen Heere gefolgt war. Eugen durfte vor dem vierfach überlegenen Feinde nicht weichen, wenn er sich nicht von Marlborough abschneiden lassen wollte ; seine Lage war am 11. und 12. August sehr gefährlich, seine Reiter mussten den ganzen 11. über kampfbereit bei den gesattelten Pferden stehen. Die Gegner aber liessen, da ihr Kundschafterdienst mangelhaft war, die günstige Gelegenheit vorüber, und am 12. stiess Marlboroughs Heer zu Eugens.

Zu Vers 7. Der Heldengeist von Luxemburg ist der Herzog von Luxemburg, in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts der siegreichste Feldherr Ludwigs XIV.

Zu Vers 8. Zwagen — raufen, vergl. Ditfurth S. 358. Marschall Villeroy stand im Sommer 1704 im Elsass; gegen ihn zogen nach der Schlacht die Sieger. Am 1. Februar 1702 hatte ein Ueberfall des Prinzen Eugen auf Cremona den Marschall als Kriegsgefangenen aus der feindlichen Stadt herausgeholt: v. Noorden, Europäische Geschichte im 18. Jahrh. Bd. I. S. 169.

Zu Vers 9. Nachdem 1692 im dritten Raubkrieg die hessischen Truppen schon die Winterquartiere bezogen hatten, begann plötzlich Marschall Tallard eine Belagerung der Feste Rheinfels, die noch in aller Eile mit grösserer Besatzung versehen und so vor den verrätherischen Umtrieben des Landgrafen Ernst von Hessen- (Rotenburg-) Rheinfels gesichert werden konnte. Dieser stand nämlich mit Ludwig XIV. über Abtretung des Besatzungsrechts gegen Geld in Verhandlungen. Als im Januar 1693 Landgraf Carl zum Entsatze heranrückte, gab Tallard die Belagerung auf. Dieser Erfolg der hessischen Waffen erregte damals überall grosse Freude.

Landau, das die Verbündeten 1702 eingenommen hatten, wurde im November 1703 von Tallard zurückerobert, also nicht „vor Jahren“. Damals sendeten die Holländer eine Hülfstruppe unter dem Befehle des Erbprinzen Friedrich von Hessen zum Entsatze der Festung ab, und dieser vereinigte sich mit pfälzischen Truppen unter dem Grafen von Nassau-Weilburg. Als sie am 15. November in der Nähe des Feindes am Speyerbach, der von der Haardt herabkommend bei Speyer in den Rhein mündet,

 

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