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44 Die neuen Regimenter der Infanterie bezw. neuen Bataillone setzten sich nämlich aus den Ersatztruppenteilen altpreussischer Regimenter zusammen, zu welchen nur ein sehr schwacher Stamm kurhessischer Mannschaften übertrat. So wurde beispielsweise das neue Jägerbataillon No. 11 gebildet aus der Ersatzcompagnie des Gardejägerbataillons, der des Gardeschützenbataillons, der des 5 ten und der des 4 ten Jägerbataillons, wozu nur ein schwacher Zuwachs aus dem ehemaligen hessischen und nassauischen Bataillon kam. Ebenso verfuhr man auch mit den Hannoveranern, und insbesondere auch mit der hannoverschen Cavallerie, die nach der Capitulation von Langensalza Pferde, Waffen u. s. w. abgeliefert hatte und sich in völliger Auflösung befand. In Folge ihrer eigenen Organisation, ihrer eigenen Ausbildung, ihrer langen Beurlaubung und ihres besonderen Pferdematerials war die hannoversche Cavallerie zur Aufnahme in toto für die preussische Armee ganz ungeeignet und so ist denn den hannoverschen Regimentern erst jetzt durch die Allerhöchste Cabinetsordre ihre Anciennität aufs neue bestimmt worden. Ganz anders aber lagen die Verhältnisse bei unsern beiden Husarenregimentern, die, wie sie waren, in den Verband der preussischen Armee aufgenommen wurden, und bei welchen es nur darauf ankam, die fehlende 5te Schwadron zu bilden. Am 2. October 1866 erliess König Wilhelm nachfolgende Cabinetsordre von Neubabelsberg: „Aus den vorhandenen, ehemals kurfürstlich hessischen Escadrons werden 2 Husarenregimenter zu je 5 Escadrons errichtet und erhalten diese Regimenter die Bezeichnung Husarenregiment No. 13 und No. 14.“ Die Neuformation gestaltete sich nun folgendermassen. Das 13te Husarenregiment wurde aus dem lten hessischen Leibhusarenregiment und der Leibescadron der hessischen Garde-du-Corps gebildet, das 14te Husarenregiment aus unserm 2ten Husarenregiment (Herzog von Sachsen-Meiningen) und der 2ten Escadron der Garde-du-Corps, die ebenfalls als 5te Escadron attachirt wurde. Der Stamm der beiden Husarenregimenter bestand also nach wie vor aus den 10 hessischen Schwadronen, aus hessischen Pferden und hessischen Mannschaften, und so hatte denn Herr Oberstleutnant von Werthern, ein um Belebung hessischer Kriegsgeschichte sehr verdienter Officier, ganz Recht, als er als Commandeur des 14ten Husarenregiments 1893 bereits den 80jährigen Stiftungstag des Regiments feierte und eine diesbezügliche Medaille prägen liess. Auch das 13te Husarenregiment hat in dem genannten Jahre sein 80jähriges Stiftungsfest begangen. Was die Pauken*) angeht, die dem 13ten Husarenregiment (König Humbert von Italien) zu führen allergnädigst gestattet ist, so sind es die Pauken unserer althessischen Garde- ____________ *) Redner zeigte ein Bild von ihnen vor.
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