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55 Baron von Hohendorff geschrieben haben soll. Die Entstehung des Schreibens, das als Fälschung längst erkannt worden ist, wurde bislang mit dem Mirabeauschen Kreis in Verbindung gebracht; der Vortragende wies dem gegenüber unter Bezugnahme auf den Abdruck in dem seltenen, in der Wilhelmshöher Schlossbibliothek befindlichen Druck „L’Espion devalise (Londres 1782)“ nach, dass der Brief einen Scherz darstellt und im Jahre 1782, als Friedrich II. sich in Rom aufhielt, verfasst ist. 2. Unterhaltungsabend am 16. Januar 1899. Zunächst sprach Herr Dr. Grotefend über die Herren von Gelnhausen. Die ältesten Besitzer von Gelnhausen sind nicht, wie man gewöhnlich bisher angenommen hat, Kaiser und Reich gewesen, vielmehr befand sich die Burg schon vorher im Eigenbesitz eines alten, angesehenen Geschlechts das sich nach seinem Amte Grafen von Selbold, nach seinem Allod Herren von Gelnhausen nannte. Sie verkauften (vor dem Jahre 1158) Gelnhausen an den Erzbischof Arnold von Mainz und von diesem kam die Burg (vor 1170) an den Kaiser Friedrich Barbarossa. Während die Mehrzahl der Forscher annimmt, dass die Familie um 1200 ausgestorben ist, glaubt Thudichum das Verschwinden des Geschlechts aus den Urkunden durch den Umstand erklären zu können, dass die Familie ihren Namen gewechselt hat. Als das letzte bekannte Glied des Geschlechts erscheint ein Graf Godebert, dessen Namen noch in der Godebertskapelle vor dem Nordthor der Stadt erhalten ist. Die Kapelle wird schon vor dem Jahre 1260 erwähnt. Als Erben des Geschlechts treten die Herren von Büdingen auf. Herr Dr. Boehlau machte alsdann, unterstützt durch Anschauungsmaterial, Angaben über Bildnisse des Landgrafen Carl, wobei er die Eggerssche Statue auf dem Carlsplatz, die Monnotsche Büste im Vestibül des Museums und die Dobbermannsche Elfenbeinplakette im Unterstock der Gemäldegallerie einer eingehenden Würdigung unterzog und insbesondere die Schönheiten der so oft mit Unrecht getadelten Arbeit von Egers gebührend hervorhob, (s. auch oben S. 43.)
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