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57 Wappen, auf der Rückseite die heilige Elisabeth mit der Kirche, vor ihr ein besonders charakteristisch modellirter siecher Bettler. Weiter zeigte Herr Dr. Boehlau eine Goldmünze des Landgrafen Carl von 1686 vor: der auf derselben stehende gekrönte Schwan auf einem Postament, der Anlass zu den verschiedenartigsten Deutungen gegeben hat, wurde aus der Vorliebe der Zeit für das Symbolische erklärt. Herr Oberbibliothekar Dr. Lohmeyer machte mit einer sehr werthvollen englischen Uebersetzung der Grimm’schen Hausmärchen aus dem Jahre 1823 bekannt, welche von Edgar Taylor, dem Vater der Frau des verstorbenen Prof. Carl Hillebrand in Florenz, herrührt und von dieser letzteren Dame durch Vermittelung des Herrn Geh. Regierungsraths Dr. Hartwig in Halle der Casseler Grimmgesellschaft geschenkt ist. Auf einer vor kurzer Zeit in London abgehaltenen Bücherauktion erzielte die gleiche Ausgabe einen Erlös von 1680 Mark. Im Anschluss daran gab Redner eingehende Mittheilungen zur Familiengeschichte der Brüder Grimm und legte an der Hand der in der Casseler Grimmgesellschaft befindlichen Papiere den Grimmschen Stammbaum dar; ein im Jahre 1748 geführter Erbschaftsprocess hat den betheiligten Rechtsanwälten Veranlassung gegeben, diese Familiennachrichten zusammenzustellen, mit deren Hülfe sich die Ahnenreihe der Brüder bis auf den Centgrafen Thomas Grimm in Bergen (1604) zurückführen lässt. Herr Bibliothekar Dr. Brunner sprach über den sogenannten hessischen Schlachtruf Schurri. Eine bei dem Vorstand eingelaufene Zuschrift wünschte, der Verein möchte an Allerhöchster Stelle sich dafür verwenden, dass den hessischen Regimentern der althessische Schlachtruf wieder gestattet werde. Erkundigungen bei hessischen Officieren führten zu dem Ergebnis, dass der Ruf vielleicht einmal von Einzelnen, aber nicht von einer Truppe beim Angriff gebraucht worden sei. Auch nach der vorliegenden Litteratur kann er als historisch beglaubigt nicht angesehen werden; anscheinend findet er sich zuerst in dem von v. Pfister 1881 herausgegebenen Werke Ditfurths „Die Hessen in der Champagne“. In Hessen mag er auch durch Trellers „Ver-
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