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[empfangen] pfangen, was von den Husaren erwidert wurde. Noch, sehe ich den Rittmeister v. Baumbach (den sog. kleinen Baumbach), wie er sich in die Bügel stellte und überlaut Hurra! schrie. So zogen die drei ersten Eskadrons lustig vorbei, dann kam die vierte - aber wie? Zu Fuße, in Stalljacke und Mütze, statt der Waffen einen Stock in der Hand, so marschierten die Leute still und in gedrückter Stimmung vorbei. Es war die Eskadron des Rittmeisters Grau, die von den Dänen gefangen genommen und beim Friedensschluß ausgeliefert war1). Grau war mit seiner Eskadron in dem Dorfe Nörre-Snede in Jütland einquartiert gewesen und hatte unbegreiflicher Weise keine Vorposten ausgestellt, überhaupt alle Sicherheitsmaßregeln unterlassen. Durch den Verrat des Pfarrers wurde die Eskadron überrumpelt, gefangen und nach Kopenhagen abgeführt. Die Behandlung war dort eine sehr schlechte. Sowohl der mitgefangene Leutnant v. Baumbach (der sog. weiße Baumbach) als auch der Stabsarzt Dr. König haben mir versichert, daß auf den Straßen selbst die feinsten Damen vor ihnen ausgespien hätten2).
Die Zeit meines Aufenthalts in Hofgeismar, wo ich soviele frohe Stunden verlebt und eine liebe Braut gefunden hatte, näherte sich mit Ablauf des Jahres 1849 ihrem Ende. Am 13. Jamiar 1850 erhielt ich eine Anfrage der Main-Weser-Bahn-Direktion, ob ich eine Stelle als Bauschreiber in der Werkstättenverwaltung annehmen wolle. Da alle Auskünfte, die ich einzog, günstig ausfielen, nahm ich die Stelle an. Am 16. Januar fuhr ich nach Kassel, das seitdem mein ständiger Aufenthaltsort blieb, und am 17. trat ich meinen neuen Dienst an.

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1) Siehe oben Seite 112.
2) Es war die 2. Eskadron des 2. Hus.-Regts. (jetzt Hessen-Homburg-Husaren Nr. 14). Die Dänen führte Rittmeister Brock; er hatte 150 Mann vom 3. Dragonerregt, und 60-80 Infanteristen bei sich.

 

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