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aber nicht auszuführen. Als er mit der hessischen Ritterschaft vor König Jerome zur Audienz erscheinen mußte, fand dieser an dem stattlichen, mannhaften Freiherrn Gefallen und ernannte ihn im Dezember 1807 zum Bataillonschef der Grenadiergarde. Durch die Notwendigkeit, nun dem König den Treueid leisten zu müssen, kam Dörnberg in arge Bedrängnis. Er konnte indessen die Annahme der Anstellung nicht ablehnen, ohne sich verdächtig zu machen. So mußte er denn wohl oder übel in das westfälische Heer eintreten, wobei er die Hoffnung hegte, daß es ihm auf diesem Wege um so besser gelingen würde, seine Pläne zu verwirklichen.

Dazu bot sich aber erst ausreichende Gelegenheit, als Dörnberg, nachdem er kurze Zeit im 3. Linieninfanterieregiment in Braunschweig gestanden hatte, am 18. Mai 1808 zum Obersten und Kommandeur des in Marburg neuzubildenden Jägerkarabiniersbataillons ernannt wurde. Dieses sog. Elitebataillon bestand im Gegensatz zu den anderen westfälischen Truppenteilen fast ganz aus Deutschen, und zwar nur aus Forstleuten und Jägern oder Söhnen von solchen, lauter gebildeten, tüchtigen jungen Leuten, die wohl imstande waren, als Führer kleiner Insurgentenscharen aufzutreten. Zum großen Teile aus Kurhessen stammend, waren sie für eine Erhebung zugunsten der vertriebenen Fürsten leicht zu gewinnen. Unter den Offizieren hatte Dörnberg zahlreiche Anhänger; besonders waren v. d. Gröben und v. Bothmer, frühere preußische Offiziere, und der Adjutant Schmalhaus, ein Kurhesse, in Dörnbergs Pläne eingeweiht. Die Oberjäger des Bataillons hegten die beste Gesinnung. So konnte Dörnberg hoffen, daß bei einer Verwirklichung seiner Pläne sein Bataillon Mann für Mann ihm zur Seite stehen werde. Da er ferner in Marburg auch in den Kreisen der Zivilbevölkerung Freunde seines Unternehmens fand, so begannen seine Absichten festere Gestalt anzunehmen. Im Einverständnis mit den Freunden in Berlin, namentlich mit Scharnhorst und Gneisenau, mit denen Hauptmann v. Lützow, der spätere Freischarenführer, und ein aus Münden stammender Major v. Schepeler die

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