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stein [Wittgenstein] und Dörnberg mit allerlei Versprechungen hin, bis schließlich, am 7. Juli 1807 der Frieden von Tilsit geschlossen und damit die geplante Unternehmung vorläufig unmöglich gemacht war.

Nachdem v. Dörnberg dem Kurfürsten von Hessen in Itzehoe Bericht erstattet hatte, ging er, mittlerweile zum preußischen Major befördert, nach Berlin, wo sich im Tugendbund eine große Anzahl von Vaterlandsfreunden zur Befreiung Deutschlands von der Fremdherrschaft vereinigt hatte. Stein, Scharnhorst. Gneisenau, Hardenberg, Schill begünstigten und leiteten diese Bestrebungen, Fichte und Schleiermacher wirkten in ihren Reden dafür. Dörnberg sagt selbst darüber: „Gleich nach dem Frieden von Tilsit bildete sich im nördlichen Deutschland eine Verbindung der rechtlichsten deutschen Männer, deren Zweck war, dem französischen Einfluß entgegen zu arbeiten, deutschen Sinn zu erhalten und bei der ersten günstigen Gelegenheit uns dem französischen Joch mit Gewalt zu entziehen. — Als Hauptmoment war dazu im allgemeinen der Ausbruch eines Kriegs mit Österreich angenommen. — Ein jeder mußte in der Provinz wirken, wo er angesessen war — ich also in Hessen“1) . „Was mich besonders bewog, nach Hessen zu gehen, war die Grundidee des Tugendbundes: „„unter der Fremdherrschaft den deutschen Geist aufrecht zu erhalten, und daß dazu jeder in seinem speziellen Vaterlande wirken müsse““. Diesem Grundsatze pflichtete ich vollkommen bei und versprach, dazu nach Kräften mitzuwirken, ungeachtet ich es ablehnte, förmlich in den Bund zu treten, um frei zu bleiben, da ich überhaupt eine Abneigung gegen geheime Verbindungen habe, wo man leicht ein willenloses Werkzeug in der Hand unbekannter Obern werden kann. Meine erste Absicht war, mich still auf dem Lande zu halten, nach Hausen zu gehen und dort Maire zu werden, um nicht von einem andern chikaniert und beobachtet zu werden“2). Diese seine Absicht vermochte v. Dörnberg

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1) v. Dörnberg, Relation; Histor. Zeitschr., Bd. 48, S. 258.

2) v. Dörnberg, Dörnberg und der Aufstand in Hessen: Bülau, Geheime Geschichten, Bd. 5, S. 409 ff.

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