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- 17 - der ungünstige Nachrichten aus Berlin erhalten hatte, nachher nochmals auf Vertagung drang, setzte man den Termin dann sogar auf die Nacht vom 22. zum 23. April fest, in der ein Eingeweihter, der Hauptmann v. Borck von der Grenadiergarde, die Schloßwache hatte. In dieser Nacht wollte man mit dem Jägerkarabiniersbataillon den König und die französischen Generale verhaften und in das Kastell bringen, dessen Kommandant, Major Krupp, wie schon erwähnt, einverstanden war. Im Laufe des 22. sollten die Verschworenen in Homberg, Gudensberg, Wolfhagen, Hofgeismar, Münden und anderen Orten ihre Leute sammeln und abends gegen Kassel führen, unterwegs überall Sturm läuten lassen und alle wehrhaften Männer an sich ziehen. Der Geheimrat v. Schmerfeld und der Minister v. Witzleben sollten die Regentschaft übernehmen. Die Aufständischen aus Oberhessen sollten gegen Hanau und Mainz marschieren. Welche starke Beteiligung Dörnberg erhoffte, geht aus seinen folgenden eigenen Worten hervor: „Bey Cassell sollte sich nur der größte Theil des ehemaligen Hessen, das Eichsfeld und der Theil des Hannoverischen bis Göttingen versammlen, von welchen gleich 18 Bat. Infant. formirt werden sollten, jedes ohngefähr 800 Mann, wo zu jedem eine Comp. der in Cassell liegenden Garden stoßen sollte“1) . Also auf über 14000 Mann rechnete er ohne die Aufständischen aus Oberhessen! Da muß man doch fragen, ob solche Hoffnungen durch die bisherigen Vorbereitungen gerechtfertigt wurden — und die Antwort kann doch wohl nur verneinend ausfallen ! So war denn alles vorbereitet, als wieder ein unglücklicher Zufall die Fäden verwirrte. Der Kammerherr Freiherr von der Malsburg, der von dem Bestehen der Verschwörung nicht die geringste Kenntnis besaß, hatte sich für einige Tage nach dem Gute Elmarshausen bei Wolfhagen begeben und wollte am 22. April frühmorgens nach Kassel zurückkehren. Bei der Abreise erfuhr er, daß in Wolfhagen, wo die Verschwo- [Verschworenen] __________ 1) Histor. Zeitschr., Bd. 48, S. 259. |
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