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renen [Verschworenen] bereits zu früher Morgenstunde — was wohl der Absicht Dörnbergs nicht entsprach — ihre Leute versammelt hatten, Unruhen ausgebrochen seien. Auf seinem Ritt nach Kassel teilte ihm ein ihm begegnender Frankfurter Weinreisender mit, im Dorfe Dörnberg sei alles betrunken und in vollem Aufruhr. Er habe beim Passieren des Orts große Unannehmlichkeiten gehabt, v. d. Malsburg möge den Ort lieber vermeiden. Malsburg ritt infolgedessen über Wilhelmshöhe nach Kassel. Hier hielt er es für seine Pflicht, von dem Erfahrenen im Schlosse Anzeige zu machen. Nur den Namen des Dorfes Dörnberg, nicht den des Obersten v. Dörnberg hat er genannt und von einem Verrat Dörnbergs und seiner Pläne, den E. M. Arndt in seinem bekannten Gedicht über Dörnberg dem Freiherrn v. d. Malsburg vorwirft, kann gar keine Rede sein.

Immerhin war Malsburgs Meldung von den schlimmsten Folgen für die Insurrektion. Die Mitteilung, daß im Schlosse das Wort „Dörnberg“ in Verbindung mit der Erwähnung eines Aufruhrs gefallen, drang zu den Ohren einiger Eingeweihten, die sich beeilten, Dörnberg in Kenntnis zu setzen. Am Morgen des 22. hielt der General Ducoudras, der Generalkapitän der Garden, eine Revue über die Gardebataillone ab, um sich von der Vollständigkeit ihrer Feldausrüstung zu überzeugen. Während dieser Besichtigung trat Hauptmann v. d. Gröben an Dörnberg heran und warnte ihn, es sei alles verraten; sein Name sei in Verbindung mit bereits ausgebrochenen Unruhen dem Könige genannt worden. Kaum war dies geschehen, als ein Adjutant den Befehl brachte, das Schloß mit 2 Schwadronen Chevaulegers und 2 Kompagnien Infanterie zu besetzen. Während Dörnberg die beiden Kompagnien zum Schloß führte, brachte ihm Leutnant von Bothmer eine weitere Warnung; er möge sich entfernen, sonst werde er verhaftet. Traf diese Nachricht zu, was Dörnberg glauben mußte, so wäre durch seine Verhaftung dem Aufstand die Leitung entzogen worden. Martin allein würde dieser nicht gewachsen gewesen sein. Dörnberg glaubte deshalb richtig zu handeln, wenn er sich einer Verhaftung nicht aussetzte. Er sagte

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