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Bothmer, er werde nach Homberg reiten und am folgenden Morgen mit den Aufständischen von dort zurückkommen; bis dahin möchten die Kasseler Verschworenen sich ruhig halten, ihre Namen seien ja nicht bekannt, es könne noch alles gut werden. Dann verließ er Kassel. Er wählte, um unverdächtig zu erscheinen, zunächst die Straße nach Wilhelmshöhe, auf der er den General d'Albignac traf, der mit der 1., aus Polen bestehenden Schwadron der Chevaulegersgarde nach Wolfhagen ritt, um den dortigen Aufruhr niederzuwerfen.

Wenden wir uns nun den Vorgängen zu, die sich im Laufe des 22. April in Homberg abspielten. Außer Lynkers Bericht darüber, der sich wohl im wesentlichen auf Mitteilungen von Teilnehmern stützt, besitzen wir zwei weitere Berichte von Augenzeugen. Der eine, aus der Feder des damaligen Offiziersaspiranten im 1. Kürassierregiment Heusinger ist wohl nicht ganz zuverlässig1) , während der andere, der amtliche Bericht des Homberger Maires Rodemann an den Präfekten des Werra-Departements in Marburg, Freiherrn v. Berlepsch2), unbedingte Glaubwürdigkeit verdient. Rodemann war Anhänger der Regierung. Es hatte ihm natürlich nicht unbekannt bleiben können, daß unter den Honoratioren des seiner Leitung anvertrauten Städtchens etwas Außergewöhnliches vorgehe, allein bis zum Verdacht gegen bestimmte Personen hatten seine Vermutungen sich nicht verdichten können. Er hatte zwar mehrfach seinen Vorgesetzten Warnungen zukommen lassen, allein ohne Erfolg. Namentlich hatte er den früheren hessischen Landbereiter Weiffenbach als eine der ehemaligen Landesherrschaft sehr ergebene und deshalb verdächtige Persönlichkeit bezeichnet, jedoch vergebens. Weiffenbach wurde von der westfälischen Regierung als Zwangsbefehlsträger wieder angestellt und hatte nun Gelegenheit, in den Dörfern der Umgegend von Homberg für die Erhebung zu

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1) Achtundvierzig Jahre. Zeichnungen und Skizzen aus der Mappe eines constitutionellen Offiziers. Bd. 1. Kassel, 1851, Hotop.

2) St.-A. Marburg. S. S. 3676.

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