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wie ihn der Maire nennt, zur Bewachung. Auf das Sturmläuten hin sammelten sich nicht nur die Homberger Bürger, soweit sie in die Verschwörung eingeweiht waren, sondern auch die Garnison, bestehend aus 2 Schwadronen des 1. Kürassierregiments, trat auf dem Marktplatz an. Die beiden Kommandeure, Eskadronschef Frhr. Wolff v. Gudenberg und Rittmeister Müller, fehlten; für sie übernahmen der Rittmeister v. Weißen (ein Preuße) und der Leutnant v. Giersewald (ein Braunschweiger) das Kommando. v. Weißen hielt eine Ansprache an die Kürassiere und forderte sie auf, sich der guten Sache anzuschließen oder auf Ehrenwort, nichts gegen die Aufständischen zu unternehmen, in Homberg zu bleiben. Über den Erfolg der Rede wird uns nichts berichtet, aber aus den weiteren Nachrichten ergibt sich, daß mit wenigen Ausnahmen die Mannschaften sich dem Aufstände anschlossen.

Unterdessen begannen nach und nach die Bauern der umliegenden Dörfer einzurücken, vielfach nur mit Knütteln, gerade geschmiedeten Sensen, Äxten und dergl. bewaffnet, unter Führung ihrer Greben oder der Förster. Althessische Soldaten erschienen in Uniform und bewaffnet. Martin begann nun mit der Organisation. Dem Maire Rodemann wurden die Rathausschlüssel abgenommen und an seiner Statt der Accisschreiber Scheffer zum Oberschultheiß ernannt, der alsbald Branntwein und Frucht requirierte. 9 alte, zur Bewachung der Stadt angekaufte Gewehre wurden verteilt und alle Einwohner von 17 bis 40 Jahren bei Todesstrafe aufgefordert, auf dem Markt zu erscheinen und sich den Aufständischen anzuschließen. Die Kürassiere stellten Posten auf den Landstraßen aus. Eine Abteilung ritt nach Felsberg ab, um die dortige Erhebung zu unterstützen, 30 Mann unter Leutnant v. Giersewald zum gleichen Zwecke nach Wolfhagen. Leutnant v. Schenk führte ein Detachement nach Ziegenhain, um die dortige Kantonskasse wegzunehmen. Einzelne Kürassiere freilich hatten sich heimlich nach Melsungen begeben und dem Regiment Anzeige von dem Abfall der zwei Schwadronen gemacht.

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