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- 23 - teilung [Abteilung] althessischer Kavalleristen, die zu Pferde erschienen waren, behauptete vor den Kürassieren den Ehrenplatz auf dem rechten Flügel der Aufstellung. Die Offiziere übernahmen die Führung der Abteilungen, während die der Unterabteilungen Greben, Förstern und alten Unteroffizieren anvertraut wurde, die als Abzeichen die von den Stiftsdamen hergestellten Armbinden mit der Inschrift „Sieg oder Tod!" erhielten. Nun erschien Karoline v. Baumbach mit der Fahne. Nach allen bisher bekannten Berichten soll es eine rot-weiße Fahne mit dem hessischen Löwen gewesen sein, Rodemanns Bericht bezeugt aber, daß es eine rotsammetne Fahne mit Silber bordiert und mit einem eingestickten schwarzen Doppeladler war — es ist das nicht ohne Bedeutung, weil es wiederum beweist, daß es Dörnberg und den ihm näher Stehenden mehr um eine allgemeine deutsche, als um eine speziell hessische Erhebung zu tun war. Kaum war die Fahne dem Fahnenträger, Tuchmacher Ehrenfeld, feierlich übergeben, als die Nachricht eintraf, die Melsunger Kürassiere rückten an. Dörnberg ritt ihnen entgegen. Der Regimentskommandeur, Oberst v. Marschall, ein braver, in hessischen Diensten ergrauter Offizier, hatte auf die Nachricht von den Vorgängen in Homberg alsbald die beiden in Melsungen liegenden Schwadronen des 1. Kürassierregiments aufsitzen lassen, unterwegs noch eine zufällig des Wegs kommende Abteilung von 15 Mann französischer Infanterie mitgenommen und erschien nun vor Homberg. Auf Dörnbergs Frage erteilte er diesem sofort die Antwort, daß er nicht in feindlicher Absicht komme, aber mit den Aufständischen gemeinsame Sache zu machen, dazu konnte sich der alte Herr doch nicht verstehen. So endete denn die Unterredung damit, daß v. Marschall sich mit seinen 2 Schwadronen für neutral erklärte und wieder abzog. Während den Verhandlungen forderte der Leutnant v. Crammon1) den alten General auf, Dörnberg als Verräter zu erschießen oder erschießen zu lassen, v. Marschall wies ihn aber ab. Auch die französischen __________ 1) Wurde 1812 bei Borodino tödlich verwundet. |
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