..

- 24 -

Infanteristen schlugen mehrmals auf Dörnberg an, doch hinderte sie der Rittmeister v. Cölln1) , ein früher hessischer Offizier, jedesmal am Schießen.

Dörnberg kehrte nach Homberg zurück. Bald darauf um 7 Uhr abends, wurde das Signal zum Abmarsch gegeben und die Massen setzten sich in der Richtung auf Kassel in Bewegung. Ein Beweis der frommen Gesinnung unserer hessischen Bauern und zugleich ein Zeichen der ernsten Stimmung, die in den Scharen der Aufständischen herrschte, ist es, daß beim Abmarsch aus Homberg Luthers schöner Choral:

                            „Verleih' uns Frieden gnädiglich,

                            Herr Gott, zu unseren Zeiten!“

ertönte und daß der Zug in Wabern mit des großen Reformators Kampflied:

                            „Ein' feste Burg ist unser Gott!“

empfangen wurde. In der Gegend von Dissen stießen die Felsberger zu der Homberger Kolonne und bildeten nun den Vortrab.

In Felsberg, wo u. a. der Pfarrer v. Gehren und der Rentmeister Cornelius für den Aufstand gewirkt hatten, hatten der Cornet Scheffer und der Kandidat Böttcher auch bereits am frühen Morgen ihre Getreuen aus Stadt und Umgegend versammelt, zu denen die, wie erwähnt, dorthin entsandte Abteilung der Homberger Kürassiere stieß. Es ging dort nicht so ruhig her, wie in Homberg. Verschiedene Personen, die sich ohne das rote Abzeichen der Aufständischen sehen ließen, wurden von den Kürassieren mißhandelt und in ihren Häusern Türen, Fenster und Möbel zerstört. Der Maire Führer, der der Erhebung fern stand und sich weigerte, sein Reitpferd herzugeben, wurde ebenfalls mißhandelt und der Platzkommandant von Fritzlar, Major Stockmayer, der auf der Reise nach Kassel durch Felsberg kam, im Pfarrhause gefangen gesetzt. Gegen 4 Uhr wurde auch in Felsberg die Proklamation des Kurfürsten verlesen, aber erst spät am Abend traten unter Scheffers Führung etwa 800 Mann den Marsch gegen Kassel an.

__________

1) Fiel 1812 bei Borodino.

..