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2 Kompagnien, der Jägergarde, einer Abteilung der Chevaulegersgarde und etwas Artillerie auf der Frankfurter Straße den Insurgenten entgegenrückte. Schon nach kurzem Marsche kam es hier bei der Knallhütte zum Zusammenstoß. Nach dem Berichte des späteren preußischen Oberstleutnants Baumann1) , der als Unteroffizier in der Chevaulegersgarde am Gefechte teilnahm, zerstreuten sich die wenigen Leute des Gegners alsbald beim Anrücken der von Baumann geführten Spitze Rewbells; indessen wurden einige Gefangene gemacht, die aussagten, daß die Hauptmacht der Bauern nachrücke, was Baumann alsbald Rewbell meldete. Nach diesem unbedeutenden Zusammenstoß hat das ganze Gefecht vom 23. April, das sich in der Hauptsache an ganz anderer Stelle abspielte, seinen Namen erhalten. Ich möchte dabei nicht unerwähnt lassen, daß die hier und da verbreitete und selbst in Geschichtsbücher übergegangene Annahme, als ob umgekehrt die Knallhütte ihren Namen von dem Gefecht habe, ganz unrichtig ist. Das Wirtshaus „zum grünen Baum“ oder „zum Birkenbaum“, in dem am 8. November 1755 Katharina Dorothea Pierson, die Märchenfrau der Brüder Grimm, geboren wurde, führte schon lange vor dem Gefecht vom 23. April 1809 den Namen „Knallhütte“ und zwar, wie Vilmar in seinem Idiotikon angibt, nach einem daselbst befindlichen bretternen Tanzboden. „Knallen“ heißt nach Vilmar im hessischen Volksmunde soviel als „derb auftretend tanzen“ und in solchen Bretterhütten gibt das stampfende Tanzen doppelt den Laut des „Knallens“. 

Die westfälischen Truppen rückten nach dem unbedeutenden Scharmützel an der Knallhütte weiter vor, nach Baumanns Angabe 1/2 Stunde weit. Das wäre also bis dahin, wo das Gelände beginnt, sich nach dem Baunatal hin allmählich zu senken2). An dieser Stelle soll nach Lynkers Darstellung das Hauptgefecht stattgefunden haben. Allein das trifft nicht zu. Es sind nur die voranmarschierenden Felsberger

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1) Baumann, Meine Erlebnisse, 2. Aufl. Berlin, 1847.

2) Punkt b des Plans.

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