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- 28 - gewesen, auf die hier die Westfalen stießen. Baumann gibt die Stärke der Anrückenden zu 800—1000 Mann an, was mit der aus anderen Quellen bekannten Stärke der Felsberger Kolonne übereinstimmt. Unser erwähnter Gewährsmann (Baumann) schildert das Gefecht mit folgenden Worten: „An der Spitze des Trupps gingen Leute mit Büchsen und Gewehren versehen, und der nachfolgende unregelmäßige Knäuel wälzte sich auf der Chaussee hinten drein, obwohl rechts und links freies Feld genug blieb. Bei unserem Anblick ging eine lebhafte Bewegung unter den Herannahenden vor sich, sie schienen unschlüssig und im Hintergrunde sah man mehrere Ausreißer ..... Auffallend erschien es, daß die Leute nicht schössen, denn obgleich ich das Spannen der Hähne deutlich hörte, blieb doch alles ruhig. Währenddessen war die Infanterie quer über die Chaussee aufmarschiert, am rechten Flügel derselben stand ich mit meinem Pikett und hinter mir die beiden Geschütze, die jedoch für diesmal noch nicht gebraucht werden sollten. Denn nachdem die Bauern ängstlich bis auf Schußweite herangekommen waren, erhielten sie ein Gewehrfeuer der Infanterie, welches sie nach kurzem Widerstande auseinanderpreschte. Nur einmal feuerten ihre Schützen auf uns, dann floh alles nach allen Richtungen und wir setzten hinterdrein“. Baumann versichert, daß seine Leute den Befehl gehabt hätten, nur flach zu hauen, und daß sie diesen Befehl auch befolgt hätten. Die Gardejäger mögen auch zum Teil zu hoch geschossen haben, aber nicht alle taten das. Denn es blieben nach dem Rengershäuser Kirchenbuch 4 Mann der Aufständischen auf dem Platze. 3 waren Bauern aus Böddiger, der vierte war durch einen Schuß ins Gesicht so entstellt, daß seine Person nicht festgestellt werden konnte; vermutlich war es der Nachtwächter von Felsberg, ein 70 jähriger Mann. Zweifellos sind auch zahlreiche Verwundungen vorgekommen, deren Opfer sich aber haben durch die Flucht retten können. Die westfälischen Truppen traten nach der kurzen Verfolgung abermals den Weitermarsch an. Sie stiegen hinab in das Baunatal und jenseits hinauf auf die Höhe. |
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