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Die Soldaten erhielten alsbald ihren Sold ausbezahlt und wurden einquartiert. Kaum war dies geschehen, als General d'Albignac mit der 1. Schwadron der Garde-chevaulegers, lauter Polen, erschien, der zugleich mit Dörnberg Kassel verlassen hatte. Er war schon unterwegs auf v. Wredes Kolonne gestoßen und hatte sie mit leichter Mühe zersprengt. Vor Wolfhagen hatte er eine Feldwache der Bauern zurückgeworfen, deren Leute, teilweise verwundet, die Ankunft der Reiter in der Stadt meldeten. Es gelang Berner und Schwarzenberg, ihre Leute auf dem Markte aufzustellen und die mit eingelegten Lanzen ansprengenden Polen mit einer Salve zu empfangen. Die ungenügende Bewaffnung der Bauern ließ aber einen längeren Widerstand nicht zu und bald waren sie nach allen Richtungen auseinandergesprengt. Mehrere hundert Gefangene wurden in die Kirche eingesperrt. Die Kürassiere hatten nicht mehr Zeit gefunden, aufzusitzen, v. Giersewald griff deshalb zur List und meldete d'Albignac, er sei gegen die Aufständischen abgeschickt, aber von der Übermacht umzingelt worden und habe deshalb, um seine Leute zu retten und größere Exzesse zu verhüten, sich scheinbar dem Aufstande angeschlossen. d'Albignac belobte ihn und schickte ihn am ändern Morgen zu seinem Regimente zurück, das er vor Gudensberg traf. Er zog es aber vor, von Niederzwehren aus sich durch die Flucht zu retten.

Den bedeutendsten Erfolg hatten die Leiter des Aufstands im Kreise Hofgeismar, wo besonders der Leutnant Gottlob v. d. Malsburg sehr tüchtig und energisch auftrat. Allerdings schlug er im Gegensatz zu den übrigen Führern zu spät los. Aber er hatte am 22. April alle Greben der Dörfer im Warme- und Diemeltal benachrichtigt und fand daher am 23. alles vorbereitet. Als er frühmorgens in Oberlistingen eintraf, konnte er schon nach wenigen Minuten mit der gsamten Mannschaft des Dorfes ausziehen. In Niederlistingen bedurfte es einigen Zwanges, schließlich zogen die Bewohner aber doch mit. v. d. Malsburg übergab nun das Kommando dieser Schar dem Leutnant Theodor v. Spiegel, der über Obermeiser und Westuffeln

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