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- 33 - den Worten: „Ach, machen sie doch kein dummes Zeug!“ das Pulver von der Pfanne. Als v. Eschwege und v. Hasserodt sahen, daß ihre Bemühungen vergeblich waren, sprengten sie wieder zum Tor hinaus nach Reichensachsen, wo sie bald darauf verhaftet wurden. Weit bedeutender als diese kleinen Unternehmungen waren die Erhebungen in den Kreisen Wolfhagen und Hofgeismar. Die Führung der Aufständischen aus ersterem Kreise hatten der Sousinspecteur Berner, der Advokat Schwarzenberg, der bekannte spätere Präsident der kurhessischen Landstände, und der frühere hessische Leutnant v. Wrede übernommen. Berner und Schwarzenberg zogen am 22. April in frühester Morgenstunde von Kassel nach Kirchditmold, wo es ihnen gelang, etwa 30 Einwohner zum Anschluß zu bringen. Mit diesen marschierten sie nach Dörnberg, wo sie, wie wir bereits wissen, starken Zuzug fanden. Sie rückten von hier, nachdem v. Wrede zu ihnen gestoßen war, in drei verschiedenen Abteilungen in abweichenden Richtungen weiter und alarmierten Zierenberg und die Dörfer bis nach Wolfhagen hin, wo sie schließlich nachmittags eintrafen. Sie hatten ungefähr 1200 Mann bei sich, darunter höchstens 50 Mann mit Gewehren, während die übrigen Dreschflegel, Heugabeln und gerade geschmiedete Sensen führten. Gleich nach der Ankunft in Wolfhagen wurde der Kantonsreceveur Heyken gezwungen, die Hoofer und Wolfhager Kantonskasse mit 298 Rtlr. 18 alb. 10 hlr. auszuliefern. Am Spätnachmittage marschierte v. Wrede mit 3-400 Mann ab, um die Gegend von Balhorn, Martinhagen, Hoof bis nach Kassel hin zur Erhebung aufzurufen. — Auch hier in Wolfhagen zeigte sich derselbe Übelstand, wie in Homberg und Felsberg: da man erst am Abend gegen Kassel aufbrechen sollte, wußte man die Leute nicht zu beschäftigen, die sich nun vielfach in die Schnapskneipen verliefen. Gegen Abend rückte Leutnant v. Giersewald mit 30 Kürassieren ein, der, wie bereits erwähnt, von Homberg nach Wolfhagen zur Unterstützung entsendet war und überall auf seinem Zuge die Dörfer alarmiert hatte. |
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