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Aus dem Königlichen Museum zu Kassel.

5. Bericht 1910.

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I. Vorgeschichtliche Altertümer.

Die Untersuchungen des Plateaus der Altenburg sind im verflossenen Jahre mit gutem Erfolge unter Leitung der Herren Dr. Hoffmeister und Dr. Kropatsehek fortgesetzt. Die Ansiedelung auf dem Plateau tritt mit den Grundrissen der Gebäude und mit den Straßen deutlich hervor. Täuscht nicht alles, so werden wir hier einen lehrreichen Ausschnitt aus einer germanischen Dorfanlage gewinnen. Auch an einzelnen guten Funden hat es nicht gefehlt; ich erwähne eine große eiserne Kette zum Aufhängen des Kochtopfes und eine in Durchbrucharbeit äußerst fein verzierte Schmuckscheibe; sodann einen Sandsteinblock mit eingepickten Zeichen. Unsere Zeitschrift wird in diesem Jahre den Bericht über Hoffmeisters Arbeiten bringen.

Unter den Erwerbungen ist die eines Kupferbeiles vom Fuße des Christenberges die wichtigste, das Herr L. Hoeck in Mellnau gefunden und dem Museum überlassen hat.

 

II. Münzensammlung.

Aus der Sammlung Erbstein kam der längst umworbene Groschen Landgraf Hermanns Hoffmeister 5839 (Prinz Alexander. Nachträge 24c) mit der Umschrift: Hermannus Adnepos Beatae Elisabetae, der zu den größten Seltenheiten unter den hessischen Münzen gehört und eine Zierde unserer reichen Sammlung bildet. Ferner gelang es, das bisher allein bekannte Exemplar der silbernen Porträtmedaille des letzten Abtes von Hersfeld, Joachim Ruhls (1591—1606), von 1594 zu erwerben, um das wir gleichfalls schon vor Jahren uns bemüht hatten. Unter den übrigen Zugängen erwähne ich den halben Schmalkalder Bundesthaler von 1546, den halben Gladenbacher Ausbeute-Taler Ludwigs von Marburg von 1588, und einen Dukaten des Landgrafen Moritz von 1626. Die Reihen unserer Brak- [Braktaten]

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