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[Hes]sens in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts und die Erhebung Landgraf „Wilhelms V. im Jahre 1631“. Die zahlreich erschienenen Mitglieder wurden in ganz ungewöhnlicher Weise gefesselt. Aus vieljährigen Aktenstudien entwarf der Vortragende ein Persönlichkeitsbild von Landgraf Moritz dem Gelehrten, das von der herkömmlichen, durch Rommel begründeten Auffassung völlig abwich, aber Zug um Zug sich einheitlich zu tiefster Wirkung gestaltete. Der großen geistigen Befähigung des Fürsten, seinem staunenswerten Wissen und seinem heißen Drange, große Dinge zu tun, stand ein schwerer Mangel an Wirklichkeitssinn und eine Scheu vor maßgebenden Entschließungen gegenüber, welche verhängnisvoll wirken mußte: er beschwor Gefahren herauf, denen zu begegnen er nicht die Tatkraft besaß, vielmehr entzog er sich dieser Pflicht während der für Hessen so leidensvollen Jahre 1623—1625 mehr als ein Mal durch persönliche Entfernung aus dem Lande. Rückkehrend bezeugte er für das Verhalten derjenigen, welche sich unter dem Druck der feindlichen Übermacht ins Unabänderliche gefügt hatten, keinerlei Verständnis, sondern wetterte mit den Beispielen antiker Helden gegen den Stumpfsinn seiner Untertanen. Dabei hatte er vor der Zeit die finanzielle Leistungsfähigkeit seines armen kleinen Landes erschöpft durch Truppenwerbungen, welche den Zorn des Kaisers reizen mußten, jedenfalls aber die Schwäche des Fürsten zeigten, der immer wieder auf den Augenblick zu ungefährlichem Losschlagen wartete und diesen doch nie eintreten sah. Das Ergebnis dieses Verhaltens in kritischer Zeit war am Ende die völlige Ratlosigkeit des Landgrafen, der sein Hab und Gut ganz und gar aufgezehrt hatte und nun im Alter von 57 Jahren im Jahre 1627 abdankte, sich dabei aber für seinen Lebensunterhalt mehr als ein Drittel aller Landeseinnahmen sicherte. Auf das schwerste lastete dann auf seinem Sohn und Nachfolger Wilhelm V. die tiefe Zerrüttung der Finanzverwaltung und dabei sah sich Wilhelm von Vater und Mutter beim Reichskammergericht wegen der rückständigen Zahlung ihrer Deputate verklagt. Mit ein-[sichtigem] |
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