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[ein-]sichtigem Entgegenkommen gegen die Wünsche der Stände, mit einem aus humaner Gesinnung hervorgegangenen Reformprogramm erwirbt sich der Landgraf das Vertrauen der Stände und als durch die von Außen (Schweden) kommende Hilfe eine Erhebung Niederhessens aus tiefster Bedrückung möglich wurde, folgte dem mutigen entschlossenen Fürsten die hessische Ritterschaft blindlings. Rommel hatte sie in ihrem Verhalten während der Jahre 1623—1627 der Verräterei beschuldigt, Moritz, der Großes geleistet habe, sei durch sie an Größerem verhindert worden. Rommel stand aber unter dem Einfluß der liberalisierenden Rotteckschen Geschichtsauffassung der dreißiger Jahre, er vermochte nicht der Ritterschaft, welche den Landgrafen von aussichtslosen Schritten zurückhalten wollte, gerecht zu werden. Der Vortragende wollte sein Urteil nicht als abschließend hinstellen, sondern die große Aufgabe einer umfassenden Berichtigung einem Fachhistoriker überlassen, der das gesamte Quellenmaterial überschaue. — Der Vorsitzende, Archivar Rosenfeld, wies auf die Schwierigkeit hin, gegenüber dem „außerordentlichen“ Vortrag, der alle Zuhörer so sehr interessiert habe, Stellung zu nehmen, da das umfangreiche Quellenmaterial niemandem so bekannt sei, wie dem Vortragenden. — Geheimrat Hartwig bezog sich auf seine weit zurückliegenden Studien zur Geschichte des geistigen Lebens in Hessen unter Landgraf Moritz und wollte von da aus von dem düsteren Bilde, das Oberst v. Geyso gezeichnet hatte, allerlei Abstriche machen; er wies mit Recht hin auf einen namhaften Erfolg, den die immer vielgeschäftige diplomatische Tätigkeit des Landgrafen im Jahre 1609 in Dortmund erzielt habe: Moritz stiftete damals Frieden zwischen Brandenburg und Pfalz-Neuburg im Jülich-Cleveschen Erbfolgestreit. Anderen Einwürfen Geheimrat Hartwigs setzte Oberst v. Geyso neue Ausführungen entgegen. Den Gegensatz der Anschauungen suchte hierauf Professor W enck daraus zu erklären, daß Geheimrat Hartwig den Intellekt; Oberst v. Geyso den Charakter des Landgrafen zum Ausgangspunkt seiner Beurteilung mache. Seine Charakterschwäche sei verhängnisvoll geworden |
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